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Zweiter Pakt für Familien

Kultus-Staatssekretärin will Neuauflage - Mehr Geld für Flüchtlingskinder

Das Land investiert weiter in frühkindliche Bildung und Sprachförderung. Doch damit gibt sich Kultus-Staatssekretärin von Wartenberg nicht zufrieden: Sie strebt einen zweiten Pakt für Familien an.

21.10.2015
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart In keinem Bereich hat die grün-rote Regierung die Investitionen gegenüber den schwarz-gelben Vorgängern so gesteigert wie bei den Kleinkindern. 2015 beteiligt sich das Land mit 660 Millionen Euro an der Kleinkindbetreuung, 2016 dann mit 795 Millionen Euro. 2011, vor dem Regierungswechsel, waren es noch 151 Millionen Euro.

Motor der Entwicklung ist der 2012 in Kraft getretene Pakt für Familien, mit dem sich das Land verpflichtet, den Kommunen 68 Prozent der Betriebskosten für die Kleinkindbetreuung zu zahlen. Damit reagierte die Koalition auf den seit Mitte 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr.

Die Erfolge können sich sehen lassen: Noch 2011 lag das Land bundesweit bei Fachkräfteeinsatz und Platzangebot ganz hinten. Heute betreut eine Erzieherin im Schnitt 3,1 Kleinkinder. Im Kita-Bereich sind es 7,7. "Einen besseren Personalschlüssel hat kein anderes Bundesland", zieht Kultus-Staatssekretärin Marion von Wartenberg Bilanz.

Doch damit will es die SPD-Politikerin nicht bewenden lassen. Im zweiten Nachtrag für den Doppeletat 2015/16, der noch vom Landtag abgesegnet werden muss, hat sie drei Millionen Euro zusätzlich für die Sprachförderung der Flüchtlingskinder untergebracht. Darin enthalten sind 500 000 Euro für ein Modell, bei dem Fachkräfte im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen geschult werden. "In beiden Fällen sind die Summen variabel: Wenn mehr Bedarf besteht, steigen die Fördersummen dynamisch." Eine weitere Million Euro gibt es für Kitas, die sich zu Kinder- und Familienzentren weiterentwickeln.

Zudem übernimmt die Regierung die Finanzierung von 160 Sprachförderkräften an Kitas mit vielen Migranten und Flüchtlingen, die bislang der Bund im Rahmen des auslaufenden Modellprojekts "Frühe Chance" getragen hat. "Damit geht keine Stelle verloren."

Die Beschlüsse können indes nicht darüber hinweg täuschen, dass die Anforderungen wachsen. Die Eltern wünschen deutlich mehr Betreuungsplätze und erweiterte Öffnungszeiten, gerade in Ballungszentren. Der Bedarf für Sprachförderung - schon jetzt bei bis zu 30 Prozent eines Jahrgangs - wird wachsen. Und angesichts steigender Geburtenraten und vieler Flüchtlingskinder bedarf es erheblicher Anstrengungen, um den guten Betreuungsschlüssel auch nur zu halten.

Von Wartenberg blickt daher über den Wahltermin im März 2016 hinaus. "Wir brauchen einen weiteren Ausbau bei der frühkindlichen Betreuung und Sprachförderung - quantitativ wie qualitativ. Wir sollten in der nächsten Legislaturperiode unbedingt einen zweiten Pakt für Familien auflegen", sagte die Staatssekretärin der SÜDWEST PRESSE. Vor allem bei der Sprachförderung will sie zulegen, insbesondere in Mehrgenerationenhäusern sowie Familien- und Mütterzentren, um möglichst viele zu erreichen. "Wir müssen Sprachangebote stärker in den Alltag integrieren, um auch Eltern zu erreichen."

Zudem will von Wartenberg den Erzieher-Beruf attraktiver machen. Durch die Einführung der praxisorientierten, dualen Erzieherausbildung mit Ausbildungsvergütung haben sich die Zahlen der Einsteiger von 2013 bis 2015 verdreifacht. "Nun gilt es, die Verweildauer im Beruf zu steigern." Denn viele steigen nach der Familienphase ganz aus oder nur in Teilzeit wieder ein.

Beim Verdienst hätten die Tarifpartner einen guten ersten Schritt getan. "Wir müssen zusätzliche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung schaffen, mehr Durchlässigkeit. Für eine Erzieherin, die mit 20 einsteigt, ist schwer vorstellbar, den Job bis 67 zu machen. Kita und Grundschule kooperieren immer mehr - warum soll sich da eine Erzieherin nicht auch berufsbegleitend an unseren Pädagogischen Hochschulen weiterentwickeln können?" Auch der umgekehrte Weg sei denkbar. Zudem gelte es, mehr Migranten für den Erzieher-Beruf zu qualifizieren. "Das ist alles Auftrag für die nächste Legislaturperiode."

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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