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Tourismus

Kulturvermittler und Wirtschaftsfaktor

Staatliche Schlösser und Gärten locken im Land seit Jahrzehnten Millionen Menschen.

06.09.2017
  • HANS GEORG FRANK

Ludwigsburg. Seit die 60 Schlösser, Burgen, römischen Baderuinen, Klöster und Parks in einem Landesbetrieb verwaltet werden, haben sie sich zum „größten Kulturvermittler“ im Land entwickelt. Diese Bilanz zieht Geschäftsführer Michael Hörrmann der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) beim Blick auf die Erfolgsgeschichte seit 30 Jahren. Mit 3,8 Millionen Besuchern seien die Monumente auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Gefeiert wird mit einem Dreierpack: Im März war bereits ein Festakt, im Oktober wird in einem Symposium der Weg für die kommenden 30 Jahre abgesteckt, jetzt wurde in Ludwigsburg ein Sammelband vorgestellt. „Öffnen, bewahren, präsentieren“, heißt das 416 Seiten starke Werk.

Die Beiträge der 31 Autoren in dem Band spiegelten Selbstverständnis und Auftrag wieder, sagte Hörrmann. Er sieht sich im harten Wettbewerb um Zeit und Geld der Besucher: „Sie müssen begeistert werden“, so seine Devise. Seine Denkmäler seien keine Museen, sie seien „Raumkunstwerke“. Hörrmann ist stolz auf „Opulenz und ein breit aufgefächertes Themenfeld“. Immer mehr Interessierte bringen den SSG auch mehr Einnahmen: 14,4 Millionen Euro sind es, zwei Drittel entfallen auf Eintrittskarten und Führungen.

Welches Publikum kommt, hat Yvonne Pröbstle herausgearbeitet. Die Wissenschaftlerin unterscheidet dabei fünf Typen. Da sind die „passionierten Spezialisten“, denen kein Weg zu weit ist. Die „kenntnisreichen Traditionalisten“ nehmen an Studienreisen teil und verlangen Experten mit Doktortitel. Die „aufgeschlossenen Entdecker“ – sie machen den Großteil aus – wenden sich vor allem auf Reisen der Kunst und Kultur zu. Die „pflichtbewussten Sightseeker“ haken auf Städtereisen gezielt Sehenswürdigkeiten ab. Die „unterhaltungsorientierten Ausflügler“ besuchen hauptsächlich solche Stätten, die „man unbedingt gesehen haben sollte“. Und Einheimische würden selber zu Besuchern, wenn ihnen klar werde, dass sie eine touristische Attraktion ohne negative Begleiterscheinung im Ort hätten.

Weil die SSG auch kaufmännische Ziele zu erreichen habe, werde gemacht, „was Publikumserwartungen und Bedürfnisse der Genuss-, Erlebnis- und Eventgesellschaft bedient und populäre Sehnsüchte nach der Illusion ausladender Prunkvergangenheit befriedigt“, so der Kulturwissenschaftler Friedemann Schmoll. Dabei bestehe die Gefahr, dass die Monumente zu „einem beliebigen Konsumgut der Freizeitgesellschaft degradiert“ würden.

Das Land lässt sich seinen historischen Besitz viel kosten. Für die Restaurierung seien in den letzten acht Jahren jeweils rund 20 Millionen Euro ausgegeben worden, sagte Hörrmann. Dafür habe das Landesamt für Bau und Vermögen zu sorgen. Aus dem SSG-Budget müsse alles bezahlt werden, „was nicht wandfest ist“. Dazu gehören Möbel ebenso wie Kunstwerke. Hans Georg Frank

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06.09.2017, 06:00 Uhr
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