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Kulturphänomene


Der 68er ist ein Doppelstratege. Einerseits ist er stolz auf damals, andererseits sind ihm seine politischen Überzeugungen von gestern etwas peinlich.

Waren das noch Zeiten, als man den Rat originell fand: „Stell die Bücher, die du nicht mehr brauchst, einfach in einem Karton raus, ich hab das mit meinen auch gemacht – die kommen weg.“ Das war doch mal ein toller Gedanke! weiterlesen

Die Rockmusik ist in die Jahre gekommen. Und es geschieht das Unausweichliche: viele ihrer Heroen sterben. Was tut man dagegen? Man lädt zur „Grave Chapel Radio Show“! Dieter Thomas Kuhn und Rudie Blazer nahmen den Tod zahlreicher Musikgrößen zum Anlass, eine Reihe von Konzerten in einer ausrangierten Autohalle zu geben. Sie intonierten ausschließlich Titel von Musikern, die bereits verstorben sind: „Songs from above“. Und während die richtigen Kirchen immer leerer werden, mussten Kuhn und Co in einer nachgestellten Grabeskapelle ihre Radio Show gleich mehrfach aufführen, der Andrang war groß. weiterlesen

Eigentlich dachte ich ja, ich würde hier lernen, wie man ein formvollendetes Blatt oder Herz auf den Cappuccino malt. Coffee Art. Aber das muss ein anderer Kurs sein. Keine Frage, das kann er auch, Eric Wolf, Deutscher Barista Meister, Deutscher Latte Art Meister. An der Theke der Primo Cafébar im Modehaus Zinser stehen sechs Tassen. Davor sechs Herren, ich bin einer davon. Die Frauen dieser Welt mögen bei den Kaffeekränzchen proportional stärker vertreten sein, die Männer sind es überall da, wo es um Spezialistentum, Kennerschaft und Fachsimpeleien geht, also dort, wo aus ganz einfachen Dingen herrlich komplizierte gemacht werden.

Als Angela Merkel in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 aus humanitären Gründen in einem streitbaren Alleingang die Grenzen des Landes unkontrolliert öffnete und binnen weniger Tage Tausende Flüchtlinge ins Land kamen, denen bis heute insgesamt knapp eineinhalb Millionen folgten – in diesen ersten Septembertagen 2015 entstand sie: Die sogenannte Willkommenskultur.

Essen müssen alle. Aber nicht nur was gegessen wird, sondern auch wie man die Speisen zu sich nimmt, ist in hohem Maße der Mode unterworfen. Es gab Zeiten, als jedes Restaurant, das etwas auf sich hielt, den Tellern Ecken gab. Gut, wenn man allzu lange auf Rundes gestarrt hatte, hat man sich auch wirklich etwas Eckiges und Kantiges verdient. Eckig ist aber längst wieder out, es wirkt heute, da alle zum einfachen Leben streben, so aufgesetzt wie ein eckiger Hut.

Haben Sie den Kugelschreiber, mit dem Sie soeben Ihren Einkaufszettel geschrieben haben, selbst gekauft? Oder irgendwo mitgenommen, wo er rumlag? Bei der letzten Teambesprechung? Oder neulich bei der Beratung auf der Bank? War er ein Werbegeschenk? Wo werden Sie ihn liegenlassen?

Einen besonders schönen Doppelregenbogen hatte es kürzlich gegeben. Anderntags fiel das Gespräch darauf. Einer zog das Handy heraus und zeigte, wie das von seinem Balkon aus aussah.

Das Büro ist der Ort moderner Angestelltenkultur. Seine Bedeutung geht weit über seine Funktion, also den Ort, das Gebäude oder die dort verrichtete Arbeit hinaus.

Ein Mensch, der vor zehn Jahren zuletzt auf den Neckar blickte und es erst heute wieder täte, würde staunen. Ein Fluss ist halt nicht nur Natur, sondern in hohem Maße Kultur. Besonders an heißen Tagen, wenn der Mensch Naherholung sucht. Aber er sucht sie anders als früher.

Heute morgen strich ich versonnen, ja zärtlich über die Arbeitsplatte meiner neuen Küche. Nein, es ist kein Porsche unter den Küchen. Es ist nur so: Ich hatte schlicht einen Monat lang keine. Abspülen in der Badewanne. Wasserholen, Nudelabgießen im Badezimmer. Immerhin konnte ich eingeschränkt kochen auf einer mobilen Platte mit zwei Kochfeldern, die ich noch hatte. weiterlesen

Im Uhlandbad unter der Dusche: Zwei etwa zehnjährige Jungs. Fragt der eine: „Würdest du dich freuen, wenn ich dich zu meinem Geburtstag einladen würde?“ Sagt der andere: „Nein.“ weiterlesen