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„Kultur des Wegschauens“
Traf häufig auf Verharmlosung: Anwältin Ruhan Karakul. Foto: Wolfgang Risch
Bericht zu Rassismus in Mannheimer Verkehrsbetrieben

„Kultur des Wegschauens“

In der Rassismus-Affäre bei den Mannheimer Verkehrsbetrieben räumt die Geschäftsführung Versäumnisse ein.

21.09.2017
  • WOLFGANG RISCH

Mannheim. Beruflicher Druck, der auf den Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Straßenbahnen laste, rechtfertige keineswegs rassistisches oder sexistisches Verhalten, sagt die Mannheimer Rechtsanwältin Ruhan Karakul.

Sie hat als Ombudsfrau über Monate versucht, den Skandal aufzuarbeiten, der seit langem auf der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) lastet und zu fünf Entlassungen geführt hat, zwei davon fristlos. Karakul erhob gestern auch Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung: „Wegschauen führte dazu, dass sich derlei verfestigen konnte.“ Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob die Vorfälle – etwa Hitlergruß oder Leugnen des Holocaust – strafrechtliche Konsequenzen haben.

RNV-Geschäftsführer Martin in der Beek hatte die Anwältin im Juni als Ombudsfrau engagiert, nachdem klar geworden war, dass die Vorkommnisse in den Verkehrsbetrieben der Städte Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim ein Ausmaß angenommen hatten, die eine interne Aufarbeitung unmöglich erscheinen ließ. Mit Karakuls gestern vorgelegtem Abschlussbericht ist die Sache für die RNV nicht vorbei, in der Beek spricht von einem „langen Prozess, der vor uns liegt“, und: „Wir müssen an die Strukturen ran“, das Thema werde das Unternehmen dauerhaft beschäftigen.

Äußerungen wie „Ausländer im KZ eliminieren“ seien teils verharmlost worden; entschuldigt wurden die Vorgänge laut Karakul durch eine „rustikalere Sprache bei Personen ohne akademischen Hintergrund“. Schauplatz war häufig der Pausenraum. Der Hitlergruß sei als „römischer Gruß“ verharmlost worden.

Videoaufnahmen von Kollegen ermöglichten die Aufklärung. Die Hürden freilich waren hoch, Karakul spricht von einer Blockadehaltung, sie sei wiederholt an eine Mauer des Nichterinnerns gestoßen. Auch seitens einzelner Betriebsräte habe es Widerstand gegeben, bei einem sehr gravierenden Vorwurf gegen einen Mitarbeiter habe ein Betriebsrat mit den Worten interveniert, die Sache sei doch „nicht so schlimm“. Von „Denunziation“ sei die Rede gewesen und „Hexenjagd“. Dabei habe man die Befragten „keineswegs an den Pranger gestellt“.

In der Beek spricht von einer „Daueraufgabe“. Auch künftig sollen Ansprechpartner intern und extern verfügbar sein. Auch die Zivilcourage der Mitarbeiter soll gestärkt werden – und die schikanierter Passagiere: Einer der Betroffenen klagte, er sei insgesamt acht Mal stehengelassen worden. Wolfgang Risch

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21.09.2017, 06:00 Uhr
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