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Lizenz zum Essen drucken

Künftig sollen 3D-Printer komplette Mahlzeiten erschaffen

3D-Drucker sind im Trend. Nicht nur in Unternehmen, auch in Wohnzimmern entstehen allerlei Modelle in der dritten Dimension. Forscher wollen mit den Geräten nun auch Essen ausdrucken.

09.01.2014
  • GABRIEL BOCK

Washington/Eindhoven Astronauten bekommen Nahrung aus Tuben - das ist nicht appetitlich, aber effizient. Dies könnte sich laut amerikanischer Weltraumagentur Nasa jetzt ändern. Dank moderner 3D-Drucker werden Astronauten künftig mit Pizzas auf Knopfdruck versorgt.

Grundsätzlich sind 3D-Drucker in der Lage, aus einer flüssigen Substanz eine feste Form zu gießen. Entworfen wird die Form am Computer. Meist findet das mit Kunststoffen statt. Diese werden in geschmolzener Form in den Drucker gegeben, eine bewegliche Düse spritzt die gewünschte Form - egal ob Spielzeug oder Elektrobauteil. Andere 3D-Drucker fräsen Formen oder verwenden Laser zum Schmelzen von Materialien.

Verwendet werden die Maschinen meist zur Fertigung von komplizierten Bauteilen etwa in der Raumfahrtindustrie oder auch bei professionellem Modellbau und Design.

Nun arbeitet der Nasa-Partner SMRC an der Möglichkeit, einen 3D-Drucker mit verschiedenen Nahrungsbausteinen wie etwa Zucker, Kohlenhydraten oder Proteinen und Aromen zu befüllen. Die Zutaten sollen dann vom Drucker aufbereitet, platziert und gebacken werden. Für die Pizza bedeutet das, dass der Teig von der Düse auf eine heiße Platte aufgebracht wird. Auf den gebackenen Teig werden dann Tomatensoße und geschmolzener Käse aufgebracht. Rezept und Zubereitungsanweisungen lassen sich dabei mit ein paar einfachen Mausklicks anpassen.

Auch auf der Erde gibt es schon Ideen: Für Kjeld van Bommel vom niederländischen TNO Institut scheint es möglich, von 2015 an Pflegeheime mit 3D-Druckern zu versorgen. "Mit den Druckern können wir pürierte Nahrung wieder in eine attraktive Form bringen und gleichzeitig noch personenspezifisch Nährstoffe beimengen. Beispielsweise könnten wir aus Karottenbrei wieder eine Karotte gießen und diese mit Calcium für Knochenkranke ausstatten", sagt der Wissenschaftler. Er erforscht diese Methode für ein EU-Projekt mit Unternehmen aus ganz Europa. Immer beliebter wird die Variante des Selektiven Laserschmelzen. Dabei wird auf die Druckfläche eine Pulverschicht aufgetragen. Das Pulver wird von einem Laser geschmolzen und in Form gebracht.

So kann man etwa aus Kakaopulver Schokoladenkreationen herstellen. Die britische Firma "Choc Edge" verkauft seit Mitte 2012 einen 3D-Schokoladendrucker. Mit dem fast 3000 Pfund (etwa 3500 EUR) teuren Gerät kann jeder Schokoladenkunstwerke erschaffen. Von der Praline bis zum Schokogemälde ist alles möglich. Das niederländische Institut TNO hat mit der SLS-Drucktechnik einen mit einem Michelin-Stern prämierten Nachtisch erstellt.

Van Bommel sieht auch noch andere Vorteile von Lebensmitteldruckern. Durch sie ließen sich unappetitliche, aber effiziente Nahrungsquellen in ansprechende Formen bringen. So seien etwa Algen oder Insekten zwar nährstoffreiche Nahrung, aber aufgrund ihrer Form eher unbeliebt. Da Insekten und Algen billig zu bekommen sind, bieten sich so Möglichkeiten, Hunger effektiv zu bekämpfen. "Wir füllen lediglich die Grundsubstanz in unsere Drucker und fügen beliebige Aromen hinzu", sagt van Bommel. "Da 3D-Drucker in der Lage sind, eine Lebensmittelmasse wie Püree, Pulver oder Geschmolzenes in beinahe jede beliebige Form zu bringen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt", schwärmt er.

Generell könnten 3D-Drucker auch helfen, auf eine gesündere Ernährung zu achten. Sie sind in der Lage, den perfekten Nährstoffmix zusammenzustellen und trotzdem schnell zu kochen. Für Senioren könnte es beispielsweise calciumreiche Kost geben, während Sportlern mehr Kohlenhydrate in das gleiche Essen beigemengt werden.

Van Bommel glaubt aber nicht, dass die 3D-Drucker die Lebensmittelzubereitung revolutionieren werden: "3D-Lebensmitteldrucker sind eine Ergänzung für spezielle Anwendungsgebiete wie Altenheime oder Restaurants. Einen guten Koch können die aber nicht ersetzen."

Künftig sollen 3D-Printer komplette Mahlzeiten erschaffen
Sieht aus wie eine Karotte - stammt aber aus einem 3D-Drucker: Das niederländische Institut TNO gießt aus Karottenbrei wieder eine Karotte. Diese lässt sich nach Bedarf etwa mit Calcium für Knochenkranke anreichern. Foto: TNO

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09.01.2014, 12:00 Uhr
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