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43 Leute müssen in Dettenhausen gehen

Kündigungen bei Ritter Solar und RNO

Auch die Umwelttechnik ist nicht auf Dauer-Boom abonniert. Die Ökosparte des Hauses Ritter und ihre mit Produktion in Dettenhausen schrumpft: Bei Ritter Solar und RNO Kesseltechnik wurde 43 Beschäftigten gekündigt.

25.11.2010
  • Wolfgang Albers

Dettenhausen. Es war bisher ein Vorzeigeprojekt von Alfred Ritter, dem Eigentümer der Firma Ritter Sport. Der Waldenbucher Schoko-Fabrikant hält Anteile an einem Unternehmen, das sich in der Ökotechnik engagiert: die Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH und Co KG. Unter dieser Muttergesellschaft operieren verschiedene Vertriebs- und Produktionsfirmen, unter anderem die Ritter Solar und die RNO Kesselfabrik GmbH und Co KG. Beide fertigen im Dettenhäuser Gewerbegebiet Kuchenäcker. Etwa 135 Menschen arbeiten dort (wir berichteten mehrfach).

Die Firmen stellen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung her und Pellets-Heizkessel – ein Geschäft, das in der Vergangenheit gut lief. Doch momentan ist der Markt schwierig, wie Alfred Ritter erklärt. Er hält sich momentan mit den Geschäftsführern der Ritter Umwelttechnik in China auf, wo das Unternehmen ein Joint Venture mit der Linuo Paradigma betreibt. Zum einen, so hat Alfred Ritter über Thomas Seeger, den Pressesprecher von Ritter Sport, ausgerichtet, schlage die Wirtschaftskrise noch voll durch. Von der anziehenden Konjunktur profitiere sein Unternehmen nicht. Die Leute geben ihr Geld erst mal für den Konsum aus - ein normales Verhalten nach Krisenzeiten. Mit Investitionen etwa in eine neue Technologie seien die Leute wesentlich zurückhaltender.

Verschärfend kommt hinzu: Bauherren haben es mit sich ständig ändernden Förderungen zu tun - auch nicht gerade ein Anreiz zum Investieren. In diesem Zusammenhang kritisiert Klaus Hebel, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, auch die Bundesregierung: „Atomenergie und Photovoltaik werden gefördert, unsere Technik so gut wie gar nicht.“ Die Folge laut Thomas Seeger: „Die „Aufträge sind dramatisch eingebrochen, vor allem im Bereich der Pellets-Heizungen.“ Weil es den Solarbereich nicht so schlimm erwischt hat, habe der Firmenverbund versucht, noch intern Leute auszutauschen - aber das habe auch nichts geholfen: „Entlassungen waren nicht zu vermeiden.“

In den Dettenhäuser Ritter-Produktionsfirmen war dies seit Jahresbeginn ein Thema. „Schon damals wurde deutlich von Entlassungen gesprochen“, sagt Dieter Keiper, Zweiter Bevollmächtigter in der IG-Metall-Geschäftsstelle Reutlingen. Er war damals für Ritter Dettenhausen zuständig, denn erstmals wurde dort ein Betriebsrat eingerichtet.

Entlassungs-Pläne seit einem Jahr

Und der hatte auch gleich richtig zu tun. Denn es zeichnete sich ab, dass die Zahl der Beschäftigten nicht zu halten war. „Aber die hatten einfach zu viele Leute“, sagt Dieter Keiper.

Daraufhin versuchte die Geschäftsführung, die Zahl der Beschäftigten mit Abfindungsangeboten zu senken. „Aber die waren so lächerlich gering“, meint Dieter Keiper, „dass dieser Versuch völlig gescheitert ist.“

Dann kamen die Kündigungen. Und, so Dieter Keiper, der Versuch der Geschäftsführung, direkt mit den Betroffenen über Abfindungen zu verhandeln. Da aber habe sich der Betriebsrat durchsetzen können: Ein Sozialplan wurde vereinbart, der in Ordnung sei. Pro Jahr Betriebszugehörigkeit gebe es eine Abfindung in Höhe des 0,75-fachen Monatsgehalts. Mehr habe man nicht mehr erreichen können: „Die Geschichte war zu weit fortgeschritten, sodass unser Begehren nur noch ein Auffangen war.“ Klaus Hebel ist mit dem Erreichten zufrieden: „Die Firma hat kaum Geld, und dennoch haben wir einen sehr guten sozialen Ausgleich für die Kollegen erreicht.“ Und: Falls die Lage sich bessert, sollen sie bevorzugt wieder eingestellt werden.

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25.11.2010, 12:00 Uhr
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