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Stromspar-Check zündet den Turbo

Kühlschrank-Abwrackaktion soll Projekt zum Klimaschutz anheizen

Nur wenige Haushalte lassen ihren Energie- und Wasserverbrauch beim kostenlosen „Stromspar-Check“ der Klimaschutzagentur Reutlingen überprüfen. Nun soll eine Kühlschrank-Abwrackaktion die Hemmschwellen abtauen.

01.10.2015
  • Maik Wilke

Landkreis Reutlingen. Seit Mai können Haushalte mit geringem Einkommen einen kostenlosen Stromspar-Check in Anspruch nehmen. Doch noch weht der für die Checks zuständigen Klimaschutzagentur des Landkreises ein kühler Wind entgegen: Erst 13 Haushalte haben sich von den Stromsparhelfern beraten lassen, weitere 17 sind derzeit in Bearbeitung. Angepeilt waren bis Jahresende jedoch 120 Haushalte, sagte Projektleiterin Claudia Huber beim gestrigen Pressegespräch. „Das war wohl etwas zu optimistisch.“

Der kostenlose Check ist Menschen vorbehalten, die Sozialhilfe, Arbeitslosen- oder Wohngeld erhalten. Im Landkreis Reutlingen sind dies 8800 Haushalte, sagt der Erste Landesbeamte Hans-Jürgen Stede. Sie könnten durch geringeren Strom- und Wasserverbrauch Geld sparen – gleichzeitig würde sich der CO2-Ausstoß im Kreis verringern. Dass viele dennoch auf das Angebot verzichten, liege an Scham und Skepsis, berichtet Huber: „Sie wollen unsere Helfer oft nicht ins Haus lassen.“ Eine längere Warmlaufzeit ist für Stede aber normal: „Für so ein Projekt braucht man einen langen Atem.“

Noch lange nicht aus der Puste sind dabei die vier Stromsparhelfer. Drei Frauen und ein Mann wurden nach langer Arbeitslosigkeit in vier Wochen und 60 Weiterbildungsstunden von der Klimaschutzagentur für die Tätigkeit als Stromsparhelfer geschult. Angestellt sind sie nun beim Reutlinger Gebrauchtwarenladen „daCapo“ in der Emil-Adolff-Straße.

Ein Check besteht aus zwei Terminen, erklärt Tobias Kemmler, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. „Zuerst schauen sich die Helfer die Kosten für Strom, Wasser und Heizung an und ermitteln mögliches Sparpotenzial.“ Beim zweiten Termin installieren sie dann LED-Leuchten, Energiesparlampen, wassersparende Duschköpfe und Strahlregler sowie Kühlschrank- und Raumthermometer. Allein diese kleinen Schritte reduzieren den Co2-Ausstoß um jährlich 200 Kilowattstunden – Haushalte können dadurch 200 Euro im Jahr sparen. Für die Empfänger sind diese Soforthilfen im Wert von bis zu 70 Euro kostenlos.

Bundesweit führen Sparhelfer an 177 Standorten die Checks durch. Auch in Tübingen sei die Anzahl der Termine erst im zweiten und dritten Jahr rasant gestiegen, sagt Kemmler. Eine Kühlschrank-Abwrackprämie, Stromspar-Check Plus genannt, soll das Projekt nun anheizen. „Wir zünden damit den Turbo, für die Stromspar-Checks“, erklärt Stede. Wer seinen über zehn Jahre alten Kühler für ein neues Modell eintauscht, bekommt nun zusätzlich zum 150-Euro-Gutschein vom Bund noch einen 100-Euro-Bonus vom Landratsamt Reutlingen obendrauf. Stede: „Da sind wir die ersten, die diese Aktion noch zusätzlich finanziell unterstützen.“

Die Voraussetzungen für den Doppel-Bonus: Der Haushalt muss einen allgemeinen Stromspar-Check durchführen lassen, der neue Kühlschrank muss dann ein Modell mit Energieeffizienzklasse A+++ sein und 200 Kilowattstunden weniger pro Jahr verbrauchen als das alte Gerät. Dieses wiederum muss zudem fachgerecht auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. „Wir wollen nicht, dass diese energiehungrigen Geldfresser dann ein Stockwerk weiter unten laufen“, erklärt Stede.

Erst dann gibt es die Gutscheine in Höhe von 250 Euro. „Kühlschränke mit A+++ bekommt man schon ab 300 Euro“, sagt Kemmler. Ein neues Modell wäre daher günstig zu kaufen, zumal schon im ersten Jahr durch den deutlich geringeren Stromverbrauch 60 Euro gespart werden, sagt Stede. „Es ist also ein fast unwiderstehliches Angebot.“

Info Interessierte Haushalte können sich unter 0 71 21/ 33 70 39 für den Stromspar-Check anmelden.

Der Erste Landesbeamte Hans-Jürgen Stede sieht die Stromspar-Checks als Projekt, das gleich in drei Dimensionen wirkt: Langzeitarbeitslose, die zu Stromspar-Helfern ausgebildet werden, erhalten eine wertvolle berufliche Qualifizierung. Menschen mit geringem Einkommen sparen durch die Verringerung ihres Energie- und Wasserverbrauchs Geld – und durch die deutliche Reduzierung der C02-Emissionen werde das Klima geschont. „Das Projekt ist also sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig“, sagt Stede.

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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