Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Stuttgart 21

Kritiker wollen besseren Brandschutz

Schlimmster anzunehmender Fall sei gar nicht untersucht worden, bemängelt die Gruppe „Ingenieure 22“.

10.02.2020

Von dpa

Noch sind die Tunnel unter Stuttgart nicht fertig gebaut. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart. Kritiker des Milliarden-Bahnprojekts Stuttgart 21 sehen auch nach Einsicht in bislang von der Bahn geheim gehaltene Unterlagen Versäumnisse beim Brandschutz für das Großprojekt. Ein von der Bahn in Auftrag gegebenes Brandschutzgutachten, dessen Lektüre sie sich vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim erstritten hatten, habe wichtige Fragen offengelassen, teilte die Gruppe „Ingenieure 22“ mit. Nach einem Vergleich des VGH auf Basis des Umweltinformationsgesetzes durften die Gegner des Bahnprojektes das Gutachten einer Schweizer Firma zum Brandschutz einsehen.

Darin hätten die Fachleute etwa den schlimmsten anzunehmenden Fall völlig außer Acht gelassen, sagten Wolfgang Jakubeit und Gert Meisel von der Kritikergruppe. Dieser Fall sei, dass der Brand den Weg zum nächstgelegenen Notausgang in die parallel verlaufende Tunnelröhre versperrt, die Passagiere länger zur nächsten Öffnung brauchen und dabei tödlichem Rauch ausgesetzt sind. Verbindungen zwischen zwei parallel laufenden Tunnelröhren gibt es alle 500 Meter. In dem Gutachten aus dem Jahr 2014 werde aber nur eine Evakuierungsstrecke von maximal 250 Metern angenommen. „Eine ungünstige Kombination aus Evakuierungsdauer und Rauchgasverteilung in Richtung der fliehenden Passagiere kann verheerende Folgen haben“, betonten die S-21-Gegner.

„Reine Trockenübung“

Die Ingenieure bemängeln, dass den Ausführungen keinerlei Übungen mit Rauch zugrunde lägen. Sie bezweifeln, dass mit computergestützten Simulationsprogrammen Probleme mit Rauchentwicklung realistisch abgebildet werden können. „Der vorgelegte Bericht ist eine reine Trockenübung und wurde lediglich unter Laborbedingungen erstellt“, sagte Jakubeit.

Anlässlich des Vergleichs hatte die Bahn mitgeteilt, dass das Brandschutzkonzept für den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof und die Tunnel des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm von den zuständigen Behörden umfassend geprüft und genehmigt worden sei.

Zum Artikel

Erstellt:
10. Februar 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Februar 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+