"Armutszeugnis" für die Landeshauptstadt

Kritik am Zustand des Fernbusbahnhofs

Die Stuttgarter Grünen kritisieren die erbärmlichen Zustände am Fernomnibusbahnhof. Vor allem der Zustand der Toiletten sei ein "Armutszeugnis".

07.12.2012

Von SWP

Stuttgart Im Zuge der Baumaßnahmen für Stuttgart 21 musste der Zentrale Fernomnibusbahnhof neben dem Hauptbahnhof weichen. Als Übergangslösung wurde ein Teil des Park & Ride-Platzes am Obertürkheimer Bahnhof umgewandelt. Nach anfänglichen Platzproblemen läuft der Busverkehr für die Fernreisenden nun reibungslos.

Dafür verantwortlich ist vor allem auch die Erweiterung der Fläche, die der Gemeinderat Ende 2010 entschied. Eine knapp 3000 Quadratmeter große benachbarte Fläche wurde hinzugewonnen, seitdem stehen den Fernreisenden aber auch den Berufspendlern weitere 100 Stellplätze zur Verfügung. Die Stadt hat zumindest was die Fläche anbelangt, nachgebessert. Aber was den weiteren Service angeht, wurde seitdem nicht mehr viel getan.

Das kritisieren die Grünen im Gemeinderat. Zuletzt habe man im Jahr 2010 im Gemeinderat eine Debatte über die missliche Lage und Ausstattung der provisorischen Busbahnhöfe in Stuttgart (drei der zehn Buslinien agieren vom Bahnhof Zuffenhausen aus) geführt. Kritikpunkte sind vor allem das Fehlen eines Imbisses für die hungrigen Langstreckenreisenden.

Zudem gebe es zwar inzwischen ein festes "stilles Örtchen" - mehr oder weniger geöffnet -, dies sei aber nur für Abgehärtete betretbar, bemängeln sie die fehlende Hygiene. Es sei beschämend und ein Armutszeugnis für eine Landeshauptstadt, die Partner aus aller Welt und die eigenen Mitbürger so ärmlich und niveaulos zu empfangen, wie es am Ersatz-Busbahnhof in Obertürkheim der Fall sei.

Bereits im Vorfeld hatte auch der Bezirksbeirat Obertürkheim immer wieder die Missstände an der Hafenbahnstraße bemängelt. "Es ist ein schmaler Grat", weiß Bezirksvorsteher Peter Beier. Schließlich sei die Lösung in Obertürkheim nur provisorisch, aber "ein Mindestmaß an Service, auf jeden Fall im Bereich der Hygiene, muss geboten werden".

Der Bezirksbeirat hatte im bereich des Essensangebots als einfachste Lösung vorgeschlagen, Hinweisschilder auf die Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern auf der anderen Seite des Obertürkheimer Bahnhofs gefordert. Nun soll auf Antrag der Grünen die Stadtverwaltung zur Situation vor Ort berichten und Vorschläge zur Verbesserung der Infrastruktur vorlegen. Denn noch zweieinhalb Jahre soll das auf maximal fünf Jahre angelegte Provisorium in Obertürkheim bestehen bleiben.

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Erstellt:
7. Dezember 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Dezember 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2012, 12:00 Uhr

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