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Kritik am Konzept für Weiterbildung

„Unüberlegter Schnellschuss“: Wirtschaftsministerin geht Regierungschef an. Skepsis bei Verbänden.

14.02.2020

Von Roland Muschel

Stuttgart. In ungewöhnlich scharfer Form hat Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) einen Vorstoß des grünen Regierungschefs Winfried Kretschmann kritisiert. Das am Mittwoch von Kretschmanns Amtschef Florian Stegmann an mehrere Ministerien verschickte Konzept des Staatsministeriums für eine Weiterbildungsoffensive für Beschäftigte der Automobilindustrie bezeichnete Hoffmeister-Kraut als „unüberlegten Schnellschuss“.

Der alleinige Fokus des von Kretschmann gewünschten „Sofortprogramms“ auf den Automobilsektor greife „deutlich zu kurz“, monierte die CDU-Politikerin. Unverständnis äußerte sie auch über die genannten Regionen, in denen das Land zeitnah Weiterbildungsprogramme durchführen solle. „Es wäre gut gewesen, sich vor der Veröffentlichung etwas intensiver mit den betroffenen Regionen auseinanderzusetzen.“ So habe das Staatministerium Regionen wie Reutlingen, Karlsruhe-Rastatt oder Konstanz schlicht vergessen. Das sei „ein fatales Signal“ an die betroffenen Unternehmen und Mitarbeiter in diesen Regionen.

Die Pläne des Staatsministeriums stoßen im Detail auch in Verbänden auf Kritik. „Ich wünsche mir einen breiteren Ansatz. Wir haben in allen Landesteilen strukturelle Veränderungen, deshalb sollte so ein Sofortprogramm zur Weiterqualifizierung landesweit ausgerollt werden“, sagte der Landesgeschäftsführer des Maschinenbauverbands VDMA, Dietrich Birk, dieser Zeitung.

Angesichts des konjunkturellen Rückgangs und der anstehenden Transformation sei es richtig, den Fokus auf Weiterbildung zu legen, sagte Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen. „Ein Sofortprogramm Weiterbildung sollte allerdings branchenoffen konzipiert sein.“

Der Vorsitzende des Landkreistags, Joachim Walter, sagte: „Wir sehen viele Fragezeichen. Es hat uns gewundert, dass wir als Träger der beruflichen Schulen nicht eingebunden sind.“

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall begrüßte, dass sich die Landespolitik des Themas annehme. „Wir bringen uns in die Diskussion ein, den Bedarf haben wir schon angemeldet“, sagte Sprecher Volker Steinmaier.

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Erstellt:
14. Februar 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Februar 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2020, 06:00 Uhr

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