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Krimi um den Wolf
DNA-Analyse führt überfahrenes Raubtier bei Merklingen auf italienische Population zurück

Krimi um den Wolf

Der überfahrene Wolf bei Merklingen geht auf die italienische Population zurück. Unklar ist, ob er von einem Rudel aus der Schweiz abstammt. Weitere kriminaltechnische Untersuchungen sollen Gewissheit bringen.

12.12.2015
  • STEFAN BENTELE

Merklingen. "Wir wissen noch immer nicht, von welchem Rudel das Tier stammt", sagt Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg. Ein DNA-Abgleich des Ende November überfahrenen Wolfs bei Merklingen (Alb-Donau-Kreis) hat laut dem Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz zwar belegt, dass das Tier der so genannten italienischen Linie zugeordnet wird.

Aber erst eine Untersuchung an der Uni im schweizerischen Lausanne wird zeigen, ob das Tier aus der Schweiz stammt, wo sich wieder erste Rudel gebildet haben. Es könne auch sein, sagt Herdtfelder, dass die Forscher keinen Treffer landen. Nicht alle Länder betreiben genetisches Monitoring wie Deutschland. "Im Apennin in Italien ist er ja nie ausgestorben." So oder so, die Forscher gehen mit kriminaltechnischen Mitteln auf Spurensuche.

Über welche Wege der Wolf nach Deutschland kam, ist nach wie vor unklar. Ob die Raubtiere entlang der Wildtierkorridore - wie sie die Grafik zeigt - entlangwandern? Max Wittlinger, Kreisjägermeister im Alb-Donau-Kreis, hält das für denkbar, Herdtfelder für den Wolf bei Merklingen zumindest für plausibel. "Die Tiere wandern dort, wo die Strukturen gegeben sind", sagt der Forscher in Freiburg.

Die Korridore ziehen sich durch ganz Europa und verlaufen meist in bewaldetem Gebiet. Also dort, wo Dickicht Schutz bietet. Ungestört seien aber keine der Wildtierkorridore mehr. "Im Sommer nutzt ein Wolf deshalb sicherlich auch gerne mal ein Maisfeld zur Deckung."

Die jetzt erfolgte Eingrenzung der Abstammung ändert für die Forscher kurzfristig nichts. Mittel- bis langfristig aber scheint mehr und mehr wahrscheinlich, dass Tiere aus den Populationen in den Alpen und jenen in Sachsen und Niedersachsen sich im Südwesten treffen und sich paaren. Bis daraus ein Rudel entsteht, dürften noch fünf bis zehn Jahre vergehen.

Dass die DNA-Ergebnisse keine zwei Wochen nach dem Fund des Tieres bei Merklingen vorliegen, ist übrigens dem regen öffentlichen Interesse geschuldet. "Deshalb haben wir der Untersuchung die höchste Priorität eingeräumt", sagt Herdtfelder über die nun veröffentlichten Ergebnisse. Eigentlich dauere eine Analyse bis zu acht Wochen. Aber die Menschen seien eben aus TV-Krimis gewohnt, dass solche Ergebnisse schneller vorliegen.

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12.12.2015, 08:30 Uhr
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