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Referendum

Kriegsrhetorik und Säbelrasseln im Nordirak

Die meisten Kurden wollen einen unabhängigen Staat. Dagegen regt sich Widerstand.

27.09.2017
  • MARTIN GEHLEN

Erbil. Hupend kreisten Autokorsos durch die Straßen von Erbil. Menschen tanzten auf den Bürgersteigen, schwenkten die rot-weiß-grünen kurdischen Fahnen und machten Selfies, während erste Zahlen über das Referendum der nordirakischen Kurden die Runde machten. 72 Prozent der knapp 4,6 Millionen Wahlberechtigten haben abgestimmt. Nach inoffiziellen Teilergebnissen auf der Website Rudaw votierten über 90 Prozent mit Ja, das entspricht drei Millionen Stimmen. „Auf Wiedersehen Haidar“, skandierten die Menschen im Richtung des irakischen Regierungschefs Haidar al-Abadi. Für sie ist das Ergebnis ein Meilenstein auf dem Weg zum eigenen Staat, obwohl das Votum nicht bindend ist. Etwa die Hälfte der 30 Millionen Kurden lebt in der Türkei, die andere Hälfte verteilt sich auf Iran, Irak und Syrien.

Begleitet wurde das Plebiszit von erneuten Drohungen aus Bagdad, Ankara und Teheran. Auch die Vereinigten Staaten zeigten sich „zutiefst enttäuscht“. Die Abstimmung werde „die Instabilität und das Leiden für die kurdische Region und ihre Bevölkerung erhöhen“, betonte das Außenministerium in Washington.

Ausgangssperre verhängt

Das irakische Parlament erklärte das Vorgehen der Kurden für verfassungswidrig. Es autorisierte Ministerpräsident Haidar al-Abadi, notfalls die Armee einzusetzen, falls es in Teilen der Abstimmungsgebiete zu Unruhen kommt. In der umstrittenen Stadt Kirkuk, wo auch viele Araber und Turkmenen leben, blieb es am Dienstag ruhig, nachdem in der Nacht zuvor eine Ausgangsperre verhängt worden war.

In Teheran denunzierte die erzkonservative Zeitung Kayhan, die als Sprachrohr des Obersten Revolutionsführer Ali Khamenei gilt, die Abstimmung als eine Verschwörung Israels. Der türkische Staatspräsident Tayyib Erdogan dagegen, der bislang ein gutes Verhältnis zur nordirakischen Führung unterhielt, warnte vor einem Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen und drohte mit dem Einmarsch der Armee.

Es gebe keine Pläne, umgehend die Unabhängigkeit auszurufen, versuchte Kurdenchef Massoud Barzani erneut, die Gemüter zu besänftigen. Er bot Bagdad Gespräche an. Martin Gehlen

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27.09.2017, 06:00 Uhr
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