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Kriegskindheiten


Irmgard Hipp aus Wachendorf lebte vier Jahre in einem dänischen Internierungslager. Ihre Sprachbegabung half ihr auch später beim Sesshaftwerden in Schwaben.

Der spätere Germanistikprofessor Jürgen Schröder aus Tübingen fand 1945 mit seiner Familie Zuflucht bei reichen Verwandten. Bis die Russen kamen.

Matthias Juraschitz aus Unterjesingen war in einem serbischen Internierungslager eingesperrt. Ein Mal entwischte er mit zwei anderen Kindern, sie wurden aber wieder eingesammelt und bestraft.

Erna Josefa Seitz aus Hirschau hatte keine leichte Kindheit. Schuld daran waren nicht die Fliegerangriffe, sondern Paula. Und ihr Vater, ihre Seelenstütze, blieb in Russland vermisst.

Für Irmtraud Morciszek aus Bad Sebastiansweiler waren Krieg und Nachkriegszeit eher interessant als schrecklich – auch das Weißbrot von amerikanischen Soldaten lockte sie.

Jedes Jahr am 5. September erinnert sich Leopold Kaiser aus Dettenhausen an die Nacht, in der eine Bombe die Münchner Wohnung seiner Familie zerstörte. Der Schrecken steckt ihm bis heute in den Gliedern.

Als „Volksdeutsche“ sollten Helmut Spengler und seine Mutter das besetzte Polen „germanisieren“. Als stolze Sieger fühlten sie sich nicht, sondern eher als Spielball der Kriegswirren.

Der Rottenburger Jörg Kuhn erlebte den Zweiten Weltkrieg mit der Unbekümmertheit eines Kindes. Nach dem Krieg benutzte der 1936 Geborene eine Kartentasche der Wehrmacht als Schultasche.

Als Gruppenführerin brachte Rosemarie Kühnberger einer eigenen „Mädelschaft“ militärischen Drill bei: „Wir Kinder glaubten doch bis zuletzt, wir werden gewinnen.“

Von Bessarabien über Westpreußen und Sachsen nach Korntal: Annemarie Plocher aus Belsen erlebte ihre Kindheit mit Bruder und Mutter als Vertriebene. Auf einer Bahnfahrt ins Unbekannte wäre sie beinahe verloren gegangen.

Weihnachten 1945 ist für Gisela von Samson-Himmelstjerna aus Mössingen unvergesslich – obwohl es nur ein warmes Zimmer, ein Talglicht und ein Stück Weißbrot gab.

Die Kriegszeit erlebte Hans Auer aus Mössingen in Trailfingen. Seine Mutter und seine Großmutter führten dort die Wirtschaft „Zur frohen Aussicht“. Die Kinder packten mit an. Ihren Vater lernten sie nie kennen.

Die Kartoffeln wurden abgezählt, ein geklautes Brötchen machte lang ein schlechtes Gewissen: Am schlimmsten empfand Hartmut Ebeling aus Mössingen die Not in der Nachkriegszeit.

Schon als Erstklässler begriff der spätere Gymnasiallehrer Johannes Dieterich aus Nehren, was Todesangst ist: Bomber, Brände und traumatisierte Flüchtlinge prägten seine frühen Jahre.

Dieter Schmidt wuchs unbeschadet in seiner Familie im Ruhrgebiet auf – trotz ständiger Bombardements. Seine Mutter hätte ihn beinahe zum Jung-Nazi gemacht. Die HJ-Hose war für ihn schon bestellt.

Richard Eissler aus Talheim ersetzte seinen vermissten Vater, obwohl er selbst noch ein Kind war. An die Fliegerangriffe und die französischen Panzer im Ort kann er sich noch gut erinnern.