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Kriegsgefahr steigt
Mit Drohnen wollen die USA die Terrormiliz IS in Libyen beobachten. Foto: dpa
Westliche Länder reagieren auf das Erstarken des IS in Libyen

Kriegsgefahr steigt

Tausende IS-Kämpfer sollen sich in Libyen befinden. Das beunruhigt westliche Staaten. Sie wollen gegen die Terrormiliz vorgehen. Libysche Politiker verwahren sich gegen jegliche ausländische Einmischung.

10.03.2016
  • MARTIN GEHLEN

Tunis. Nach dem IS-Großangriff auf eine tunesische Grenzstadt erwägen westliche Staaten, den IS in Libyen stärker zu bekämpfen. Mehr als 50 Dschihadisten des "Islamischen Staates" in Libyen waren an dem Überfall auf das tunesische Städtchen Ben Guerdane beteiligt, um - wie die Führung in Tunis vermutet - einen ersten dschihadistischen Brückenkopf auf tunesischem Territorium zu etablieren.

Das Ganze zeige, wie gravierend die Bedrohung für Tunesien geworden sei, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Aber auch auf der europäischen Seite des Mittelmeers wachsen die Sorgen, seit die jüngsten amerikanischen Geheimdienstzahlen von 5000 bis 6500 IS-Kämpfern auf libyschem Gebiet sprechen - also doppelt so viele wie noch vor einem halben Jahr.

Spezialeinheiten aus Frankreich, Italien und Großbritannien operieren bereits seit Monaten in dem Post-Gaddafi-Staat, in dessen Mittelteil die Terrormiliz um die Stadt Sirte herum einen 300 Kilometer langen Küstenstreifen kontrolliert. Das Pentagon legte dem Weißen Haus nach einem Bericht der "New York Times" erstmals detaillierte Pläne für Luftschläge gegen 30 bis 40 Trainingslager, Kommandozentralen und Munitionsdepots vor.

Bisher hält Präsident Barack Obama den Einsatzbefehl zurück, um das Ringen des UN-Vermittlers Martin Kobler um eine Regierung der nationalen Einheit nicht zu torpedieren. Dieser warnte davor, die "sehr intensiven" Aversionen libyscher Politiker gegen eine ausländische Einmischung nicht weiter anzustacheln. Beide Parlamente und Regierungen im Westen und Osten des Landes haben sich bisher nicht auf eine gemeinsame Führung der nationalen Einheit verständigen können. Auch ein koordiniertes Vorgehen bewaffneter Milizen gegen die IS-Fanatiker ist nicht in Sicht.

Umgekehrt wollen die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten nicht warten, bis der IS am Südrand des Mittelmeers so weit gewuchert ist, dass ihm nur noch durch eine größere Militärinvasion beizukommen ist. "Wann immer es eine Gelegenheit gibt, gegen den IS vorzugehen, ohne den politischen Prozess zu unterlaufen, werden wir das tun", erläuterte US-Oberbefehlshaber General Joseph F. Dunford Jr. die Strategie.

Und so bombardierten US-Kampfflugzeuge im Februar ein IS-Ausbildungslager nahe der westlibyschen Küstenstadt Sabratha und töteten 41 Radikale. Frankreich verlegte seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle vom Persischen Golf ins Mittelmeer. Tunesien baut mit EU-Hilfe einen 250 Kilometer langen Grenzzaun zu Libyen, der künftig das Eindringen der Gotteskrieger verhindern soll. Italien gestattet seit kurzem den USA, mit Drohnen von einer Luftwaffenbasis auf Sizilien aus zu operieren. Doch von einer massiven westlichen Militärintervention will die Regierung in Rom bislang nichts wissen. "Das ist keine Lösung", erklärte Außenminister Paolo Gentiloni vor dem Senat.

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10.03.2016, 08:30 Uhr
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