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Kommentar US-Wahlkampf

Krieg der Meinungen

Die Ermordung John F. Kennedys dürfte das am besten untersuchte Ereignis in der amerikanischen Geschichte sein. Immer wieder haben sich Kommissionen, Wissenschaftler, Journalisten und selbsternannte Experten über das Attentat auf den US-Präsidenten hergemacht und seine Rätsel zu entschlüsseln versucht.

05.07.2018

Von GUIDO BOHSEM

Washington. Dieses Nebeneinander von Werken, die in ihrer Qualität zwischen ernsthafter wissenschaftlicher Untersuchung bis verschwörerischer Deutung schwanken, hat für die breite Öffentlichkeit vor allem eins gebracht: mehr Unklarheit.

Ähnlich dürfte es mit der Gretchenfrage der Präsidentschaft Donald Trumps gehen. Ob und wie Moskau sich in seinen Wahlkampf gegen Hillary Clinton eingemischt hat, ist schon jetzt Gegenstand vieler Untersuchungen, die alle möglichen Antworten geben. Während der Präsident beharrlich gegen eine „Hexenjagd“ antwittert, bestehen seine Gegner ebenso penetrant darauf, dass er seine Präsidentschaft alleine Wladimir Putin zu verdanken hat.

Da kann der zuständige Senats-Ausschuss sogar unter Beteiligung republikanischer Politiker zum Schluss kommen, dass Russland eine manipulative Rolle bei den Wahlen 2016 gespielt hat, die öffentliche Meinung über den Präsidenten wird das kein Jota ändern. Für oder gegen Trump zu sein, ist keine Sache von Erkenntnis oder Reflektion, es ist ein Glaubensbekenntnis. Diesen Krieg der Meinungen kann eine nüchterne – und wahrscheinlich auch recht komplex zu lesende – Untersuchung nicht beenden. Erst im Laufe der Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, dürfte sich ein etabliertes, wissenschaftlich abgeschlossenes Bild zeigen. Trump dürfte es nicht mehr gefährlich werden.

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Erstellt:
5. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2018, 06:00 Uhr

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