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"Kretschmann höchst nervös"
Den Wählern geht es zuallererst um die Person Kretschmann, sagt Parteienforscher Jürgen Falter. Foto: dpa
Parteienforscher Falter: CDU sollte Fall Beck nicht ausschlachten

"Kretschmann höchst nervös"

Erstmals zeigt der Ministerpräsident im Wahlkampf Nerven: Er fürchtet, der Fall Beck könne ihm schaden, sagt der Mainzer Politik-Professor Jürgen Falter. Doch den Wählern gehe es um Kretschmann, nicht um Beck.

04.03.2016
  • ANTJE BERG

Herr Professor Falter, wird der angebliche Fund der Droge Chrystal Meth bei Volker Beck den Grünen kurz vor den Landtagswahlen schaden?

JÜRGEN FALTER: Nützen wird ihnen der Fall sicher nicht. Dass er ihrem Wahlergebnis schadet, halte ich für eher unwahrscheinlich. Ablehnung werden jene Wähler zeigen, die den Grünen gänzlich fern stehen. Denn die Partei selbst und auch ihre klassischen Wähler haben eher ein offenes Ohr für die Forderung nach der Legalisierung bestimmter Drogen wie Cannabis.

Zumindest in Baden-Württemberg gibt es allerdings eine nennenswerte Zahl von Wählern, die laut Umfragen eher zur klassischen CDU-Klientel zählen, dieses Mal aber Winfried Kretschmann wählen wollen, um ihn als Ministerpräsidenten zu behalten. Könnten sie jetzt abgeschreckt sein?

FALTER: Warum sollten sie? Diesen Wählern geht es zuallererst um die Person Kretschmann und nicht um die Partei der Grünen. Ohnehin verkörpert der baden-württembergische Ministerpräsident eher den konservativen, äußerst bedächtigen Typus innerhalb seiner Partei.

Kretschmann hat sich umgehend von Beck distanziert und von einem schweren Fehlverhalten gesprochen. Wie glaubwürdig ist das?

FALTER: Glaubwürdig ist es. Aber auch ein bisschen vorschnell, solange nicht alles bekannt ist und selbst Polizei und Staatsanwaltschaft im Moment noch sagen, es müssten erst einmal alle Details geklärt werden.

Was sagt das aus?

FALTER: Daran merkt man, dass auch der Wahlkämpfer Kretschmann höchst nervös ist und fürchtet, das Ganze könne ihm schaden. Letztlich ist seine schnelle Bewertung des Falls eine Form der Vorverurteilung. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass der Rücktritt Becks von allen Ämtern durchaus als Schuldeingeständnis gewertet werden kann.

Was kann der politische Gegner jetzt falsch machen?

FALTER: Ein grober Fehler der CDU wäre jetzt, intensiv auf dem Fall herumzureiten. Denn letztlich handelt es sich um den Fehltritt einer einzelnen Person, die mit dem baden-württembergischen Landtagswahlkampf nichts zu tun hat - auch wenn Volker Beck ursprünglich aus Stuttgart kommt. Wenn der politische Gegner den Fall instrumentalisieren würde, entginge das den Wählern nicht. Und die mögen durchsichtige, wahltaktische Manöver überhaupt nicht.

Drogenfunde oder auch Alkoholmissbrauch bei Politikern werfen immer wieder die Frage auf: Stehen unsere Volksvertreter zu sehr unter Druck?

FALTER: Der Konsum illegaler Drogen dürfte eher die Ausnahme sein. Darüber hinaus gilt - ob Stress oder nicht - die Feststellung: Mancher deutsche Politiker raucht und säuft gerne, womit er sich nicht so arg von seinen Wählern unterscheidet.

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04.03.2016, 08:30 Uhr
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