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Biberach

Kretschmann: «Zerfallserscheinungen der politischen Kultur»

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat vor Zerfallserscheinungen der politischen Kultur gewarnt.

14.02.2018

Von dpa/lsw

Winfried Kretschmann. Foto: Felix Kästle dpa/lsw

Biberach. «Das ist unheimlich, finde ich, was da auf der Welt geschieht», sagte der Politiker beim Aschermittwoch der baden-württembergischen Grünen in Biberach. Der Psychologe und Mediziner Sigmund Freud habe danach gefragt, wie das Unheimliche eigentlich in das Heimische komme. «Er sagt: Das Unheimliche des Erlebens kommt zustande, wenn überwundene, primitive Überzeugung wieder an die Oberfläche gelangt.»

Das treffe heute bei Vielen zu, die wichtige Staaten lenkten, sagte Kretschmann weiter. «Und die sogar eigene Fakten haben wollen.» Auch das sei unheimlich: «Wenn sowas geschieht, können wir zum Schluss kein vernünftiges Gespräch mehr miteinander führen, wenn wir uns nicht auf Tatsachen zu einigen versuchen. Ich will noch mal sagen: Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht jeder hat ein Recht auf eigene Fakten. Das ist ein fataler Irrtum.»

Zudem gelte: «Wer Hass braucht, damit er sich selbst findet, der ist wirklich ein heimatloser Gesell. Das ist jemand mit kaputten Bindungen, der die Gesellschaft spalten will, damit er auch irgendwie dazugehört. Aber ich muss nochmal betonen: Das ist nicht unser Land, das ist nicht Baden-Württemberg.» Stattdessen forderte Kretschmann Offenheit gegenüber Anderen: «Wir müssen Einwanderern das Gefühl geben: Wenn Ihr Euch anstrengt, wenn Ihr Euch an unsere Grundregeln der Demokratie haltet, dann könnt Ihr auch hier was erreichen und was werden. Und wir wollen euch dabei wirklich unterstützen, so gut wir können. Das ist unsere Aufgabe.» 

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Erstellt:
14. Februar 2018, 15:43 Uhr
Aktualisiert:
14. Februar 2018, 15:40 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 15:40 Uhr

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