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Classic Night: 3000 erlebten Sommernachtstraum mit Top-Solisten im Stadion

Kracher im Takt von Borodin

3000 Besucher/innen erlebten am Samstag beim 9. Reutlinger Open Air im KreuzeicheStadion einen Sommernachtstraum. Mit den Top-Solisten Albrecht Mayer und Franz Hawlata und einem wahrhaft brillanten Feuerwerk.

27.07.2009
  • uschii kurz

<strong>Reutlingen.</strong> Um die Zuschauer/innen für das 2008 ausgefallene Feuerwerk zu entschädigen, hatten sich die Veranstalter – der Philharmonia Chor mit der Betzinger Sängerschaft und der Württembergischen Philharmonie – etwas Besonderes einfallen lassen: Sie ermäßigten die Preise, verpflichteten mit dem Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer und dem international gefeierten Opernbass Franz Hawlata zwei Hochkaräter und sie versprachen einen Lichterzauber der Extra-Klasse.

Und diesmal hat es gezündet. Nicht nur beim Feuerwerk, auch während der gesamten Classic-Night sprang der Funke auf die Gäste über und dazu trug auch die launige Moderation von Franz Hawlata bei, der vielen Musikfreunden von seinen Auftritten bei den Herbstlichen Musiktagen in Bad Urach bekannt war.

Begonnen hatte der Abend unter der musikalischen Leitung von Martin Künstner mit der Ouvertüre aus Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ – die Streicher meisterten die Herausforderung mit Bravour, auch wenn sie anfangs noch etwas mit der Technik haderten. Als danach die „verkaufte Braut“ (Marie in Gestalt von Janike Knies) und ihr „Schatz“ Hans (Daniel Thiersch) den „Chor der Landleute“ kurz auf sich warten ließen, unterhielt Hawlata das Publikum bis Künstner seine Solisten gefunden hatte.

Kräftiger Beifall empfing Albrecht Mayer, der die Zuhörer/innen bereits mit den ersten Tönen von Alessandro Marcellos Konzert für Oboe und Orchester d-Moll in seinen Bann zog. Auch Hawlata, der mit dem berühmten Trinklied des Falstaff aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ („Als Büblein klein“) seinen Einstand gab, nahm das Reutlinger Publikum sofort für sich ein. Nachdem Elfenchor und Elfen beim „Sommernachtstraum“ von Mendelssohn-Bartholdy „die letzten Wolken vertrieben“ (Hawlata), spielte Mayer ein heiteres Rondo von Ludwig August Lebrun. Mit Verdi wurde es ernster: Eindringlich sang Hawlata, trefflich begleitet vom Chor, aus „Simon Boccanegra“ die Arie des Fiesco („A te l'estremo addio“) und sodann aus „Nabucco“ („Oh, chi piange“). Mit diesen Klängen ging es in die Pause.

Die Nacht hatte sich sanft über das Stadionrund gesenkt, als Musiker und Gäste auf Bühne und Tribüne zurückkehrten. Der zweite Teil begann griechisch mit Liedern aus „Axion Esti“ von Mikis Theodorakis. Hier überzeugte die 15-jährige Solistin Mirjam Künstner, die von Nikos Hatziliadis an der Bozuouki begleitet wurde. Sodann folgte ein Barock-Block mit Stücken aus den Händel-Opern „Rinaldo“ („Lascia ch‘io pianga“) und „Alcina“ („Tornami a vagheggiar“) bei denen Mayer zeigte, warum Kritiker seiner Oboe zurecht Verführungskünste nachsagen. Es entstand ein wundervoller Dialog mit der Violine von Konzertmeisterin Hibiki Oshima. Tosender Beifall.

Nach Stücken aus „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg bei denen die Solist/innen Kathrin Götz, Caroline Horsch, Janike Knies, Ricarda Rauch und Moritz Kallenberg und Daniel Thiersch gemeinsam auftraten (zauberhaft: die erst elfjährige Caroline Horsch als Cosette „In meinem Schloss“), hatte Hawlata seinen Wagner-Auftritt. Der Opernstar, der zwei Jahre lang in Bayreuth einen heftig umstrittenen Hans Sachs gegeben hatte, sang ihn nun (ausgerechnet am Abend bevor die „Meistersinger“ in Bayreuth mit seinem Nachfolger Alan Titus über die Bühne gingen) auszugsweise bei der Classic Night. In Reutlingen jedenfalls wurde der Meister nicht verachtet. Auch seine Interpretation von Wotans Abschied aus der „Walküre“ („Leb wohl, du kühnes, herrliches Kind!“) kam hervorragend an.

Und dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Zu den „Polowetzer Tänzen“ aus Alexander Borodins „Fürst Igor“ setzte taktgenau ein gigantisches Feuerwerk ein. Zum Finale war der Himmel in gleißendes Licht getaucht. Applaus und Jubelrufe auf den Rängen. Und weil das Feuerwerk geklappt hatte, machte Mayer sein Versprechen war und gab als Zugabe Vivaldis kleines Stück vom „Regen“ aus den Vierjahreszeiten (L‘inverno) – froh darüber, dass eben der ausgeblieben war.

Kracher im Takt von Borodin
Diesmal gab es ein Finale mit Feuerzauber: Zu Alexander Borodins „Polowetzer Tänzen“ schossen Fontänen in den Himmel und Sternschnuppen fielen herab. Bild: Haas

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27.07.2009, 12:00 Uhr
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