Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kriminalität

Korruption grassiert ungehindert

Deutschland macht bei der Bekämpfung der Bestechung keine Fortschritte, beklagt Transparency International. Weltweit sieht es ebenfalls nicht gut aus.

22.02.2018
  • DIETER KELLER

Berlin. „Wer nur verwaltet und keine neuen Initiativen ergreift, läuft Gefahr, international abgehängt zu werden“, beklagt die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller. Denn die Bundesrepublik ist beim neuesten Korruptionsindex, den die internationale Antikorruptionsorganisation jährlich veröffentlicht, vom zehnten auf den zwölften Platz zurückgefallen. Sie wurde überholt von Großbritannien und Luxemburg, die im vergangenen Jahr noch gleichauf lagen, sich jetzt aber verbesserten.

Handlungsbedarf sieht Müller hierzulande insbesondere beim Lobbyismus. Dass im Koalitionsvertrag nichts zum Thema Lobbyregulierung steht, ist für sie eine „verpasste Chance“. Ein Register für Lobbyisten war ursprünglich vorgesehen, es wurde aber wieder gestrichen, nach Medienberichten auf Druck der CSU. Am heutigen Donnerstag stehen im Bundestag Initiativen der Linken und der Grünen auf der Tagesordnung. Dies biete erneut Gelegenheit, für mehr Transparenz zu sorgen, so Müller.

Sie forderte unter anderem einen „Legislativen Fußabdruck“, um den Einfluss von Interessengruppen im Gesetzgebungsverfahren transparent zu machen, sowie schärfere Regeln der Parteienfinanzierung. Zudem schlug sie eine öffentlich zugängliche Internetplattform vor, damit Bürger die Umsetzung des Koalitionsvertrags laufend überprüfen können.

Mit dem Korruptionswahrnehmungsindex misst Transparency International (TI) jährlich weltweit die Korruption in Politik und Verwaltung. Da es schwierig ist, Phänomene wie Bestechung, die Entwendung von öffentlichen Mitteln oder den Missbrauch öffentlicher Ämter zu erfassen und zwischen den Staaten vergleichbar zu machen, zieht TI insgesamt 13 Befragungen von Länderexperten und Geschäftsleuten heran. Durchgeführt werden sie von unabhängigen Institutionen, die auf die Analyse von Wirtschaftsführung und Wirtschaftsklima spezialisiert sind.

Wenn für ein Land mindestens drei Befragungen vorhanden sind, setzt TI die Ergebnisse in einen Punktwert um. Da die Regeln seit 2012 unverändert sind, lässt sich die Entwicklung über mehrere Jahre vergleichen. Nicht berücksichtigt werden unter anderem Steuerbetrug, illegale Finanzströme und Korruption zwischen Privatunternehmen. Auch wie die Bürger Korruption wahrnehmen und welche Erfahrungen sie damit haben, bleibt außen vor.

Neuseeland Spitzenreiter

Maximal kann ein Staat auf 100 Punkte kommen. Neuseeland belegt mit 89 Punkten erneut Platz eins als am wenigsten korruptes Land der Welt. Ganz am Ende der 180 Staaten steht Somalia (9 Punkte). Ein hohes Korruptionsniveau sieht TI bei mehr als zwei Drittel der Staaten. Sie kommen auf weniger als 50 Punkte. Darunter sind die EU-Mitgliedsländer Kroatien (Platz 57), Griechenland (59), Rumänien (59), Ungarn (66) und Bulgarien (71).

Deutlich verbessert haben sich in den letzten sechs Jahren Senegal und Großbritannien. Dagegen sind Syrien und der Jemen zurückgefallen, aber auch Australien. Weitere interessante Ränge: Die USA stehen auf Platz 16, China auf 77, die Türkei auf 81 und Russland auf 135. Dieter Keller

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

22.02.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular