Staatsoper

Konzerte trotz Corona

Cornelius Meister hat ein Programm mit 30 Veranstaltungen aufgelegt und dirigiert auch Beethoven.

30.05.2020

Von jük

Dirigent und Pianist Cornelius Meister. Foto: Marco Borggreve Foto: Marco Borggreve

Stuttgart. Cornelius Meister hat gefühlt keine Sekunde lang den Klavierdeckel zugeklappt oder den Dirigentenstab weggelegt. Corona-Krise? Der Stuttgarter Generalmusikdirektor gab sich im Shutdown nicht geschlagen, war gleich einer der Ersten, die im März mit der „Ode an die Freude“ verbrüdernde Balkonkonzerte initiierte. Der 40-Jährige muss jede Corona-Verordnung des Landes so intensiv wie eine Partitur studiert haben – und wenn jetzt, vom 1. Juni an, wieder öffentliche Konzerte und Theateraufführungen mit bis zu 100 Teilnehmenden erlaubt sind, ist er mit seinem Staatsorchester Stuttgart sofort am Start.

Das Programm „Konzerte trotz Corona“, das Meister jetzt am Freitag vorstellte, liest sich sensationell zuversichtlich – und zeigt, was kreativ möglich ist bei Wahrung der Hygieneregeln. So möchte Meister im Beethovensaal der Liederhalle vom 13. Juni an einen Zyklus der „corona-kompatiblen“ Beethoven-Sinfonien 1-8 dirigieren, also ohne die „Neunte“, die Vokalsoli und einen Chor bedarf. Bei allen Aufführungen wird das Staatsorchester nicht auf der Bühne sitzen, sondern im Parkett, halbkreisförmig umringt vom Publikum, im vorgegebenen Sicherheitsabstand. Meister: „Wir kehren zurück zu einer ganz unmittelbaren Form der Aufführung, wie sie früher selbstverständlich war. So feiern wir das Beethoven-Jahr auf spezielle Weise.“

Rund 30 Konzerte mit einer maximalen Spieldauer von 60 Minuten sind insgesamt kurzfristig entwickelt worden, dazu gehört auch Sergej Prokofjews Klassiker „Peter und der Wolf“ im Beethovensaal unter Meisters Leitung. Als Moderator tritt Guido Hammesfahr auf, der Fritz Fuchs aus der TV-Sendung „Löwenzahn“ (14. und 21. Juni). Ein weiteres Familienkonzert im Mozartsaal ist „Ene, mene, Quarantäne“ überschrieben (6. Juni).

Auch eine Reihe von Kammerkonzerten, vom Duo bis zum Streichsextett, präsentieren die Mitglieder des Staatsorchester vom 7. Juni an auf der knapp 18 Meter breiten Bühne des Mozartsaals der Liederhalle. Es erklingen unter anderem Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ und Tschaikowskis „Souvenir de Florence“. Ebenso sind Liedkonzerte in Zusammenarbeit mit der Hugo-Wolf-Akademie geplant. jük

Info Tickets unter staatsoper-stuttgart.de und telefonisch: 0711/202090.

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Erstellt:
30. Mai 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Mai 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2020, 06:00 Uhr

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