Wirtschaft

Konzerne stoppen Mietzahlungen

Vorgehen von Firmen wie Adidas und Deichmann löst Empörung aus.

30.03.2020

Von dpa

Berlin. Der Stopp von Mietzahlungen für Ladengeschäfte großer Unternehmen hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Ketten wie Deichmann und H&M sowie Markenhersteller wie Adidas hatten Mietzahlungen für Filialen in Deutschland eingestellt, weil diese wegen der Corona-Pandemie schließen mussten. Deichmann sprach von einer „präventiven Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten“. Adidas-Chef Kasper Rorsted stellte mittlerweile klar, der Sportartikelkonzern wolle Privatleuten weiter die Miete zahlen; die meisten Vermieter der Läden seien selbst Konzerne.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) übte scharfe Kritik: „Wenn jetzt finanzstarke Unternehmen einfach ihre Mieten nicht mehr zahlen, ist dies unanständig und nicht akzeptabel.“ Die Corona-Hilfsgesetze böten dafür keine Grundlage. „Mieter müssen selbstverständlich ihre Miete zahlen. Falls sie tatsächlich infolge der Krise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten, kann ihnen lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht gekündigt werden.“ Finanzminister Olaf Scholz (SPD) kritisierte den Mietzahlungsstopp als „irritierend“; Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nannte das Vorgehen von Adidas im „Handelsblatt“ „unverantwortlich“. Auch der Deutsche Mieterbund und der Vermieterverband „Haus & Grund“ verurteilten das Verhalten scharf.

Zum Artikel

Erstellt:
30. März 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
30. März 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. März 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+