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Bahn geht in die Offensive

Konzern will die vielen Baustellen zügig abarbeiten

Unpünktlichkeit, falsche Waggonreihenfolge, Zugausfälle und kaputte Toiletten: Beschwerden gibt es genug, was die Bahn angeht. Die will gegen diese Pleiten und Pannen nun strategisch vorgehen.

03.12.2015
  • DPA

Berlin. Von "Generalüberholung" bis "Notoperation" reichen die Beschreibungen dessen, was Rüdiger Grube sich bei der Bahn vorgenommen hat. Nach sechs Jahren als Vorstandschef hat er einen tiefgreifenden Umbau des Bahnkonzerns angekündigt. "Wir stehen vor dem größten Umbruch seit der Bahnreform", sagt der 64-Jährige.

Er hat sein einstiges Ziel gestrichen, den Umsatz des weltweit tätigen deutschen Staatskonzerns auch durch Zukäufe bis 2020 zu verdoppeln. Zunächst muss er sich um das "Brot-und-Butter-Geschäft" kümmern, wie der Manager sagt: den Zugverkehr in Deutschland. Durch bessere Qualität will er das Unternehmen aus den roten Zahlen holen. Doch bisher ging die Strategie offenbar nicht auf, die Bahn soll 2015 Medienberichten zufolge einen Milliardenverlust verbuchen müssen. Der Konzern setzt auf die Flucht nach vorn: 20 Mrd. EUR will Grube in den nächsten fünf Jahren investieren, berichten Medien übereinstimmend. Das sind die wichtigsten Baustellen der Deutschen Bahn:

Pünktlichkeit: Jeder vierte Fernzug fährt heute mindestens 6 Minuten zu spät in den Bahnhof und ist damit nach Konzerndefinition verspätet. 2016 soll die Quote der pünktlichen Züge von 74 auf 80 Prozent steigen, langfristig auf 85 Prozent - was einen Kraftakt erfordert. 30 000 von 70 000 Weichen sollen Sensoren erhalten, die vor Störungen warnen. Störungen sind häufig auch die Ursache, wenn Züge in umgekehrter Wagenreihung ankommen - wenn sie umgeleitet werden und aus anderer Richtung in die Bahnhöfe kommen

Verschwindende Züge: Jeder Kunde kennt das: Kommt sein Zug zu spät und ein anderer fährt vorher auf dem Gleis ein, verschwindet der eigene Zug von der Anzeigetafel. Gibt es dann einen Gleiswechsel und Bremslärm übertönt die Durchsage, wartet man vielleicht sogar vergeblich. Die Tafeln sollen die nächsten drei Züge anzeigen. 10 000 Anzeigetafeln sollen dafür umprogrammiert werden. "Die größten Ärgernisse über falsche und verspätete Informationen werden 2016 abgestellt", sagt Grube.

Toiletten: Auch das gibt es immer wieder: Das Wasser geht aus, Bordtoiletten müssen gesperrt werden. Hier soll die Instandhaltung besser werden. Noch geht morgens jeder zweite Fernzug mit Mangel ins Netz, die Toiletten sind nur ein Beispiel. Ein mobiler Service soll dafür sorgen, dass die Flotte intakt ist.

Service im Zug: Die Zugbegleiter sollen sich wieder mehr um die Kunden kümmern. Zusatzaufgaben, wie Fahrgäste zu zählen, fallen weg. Dafür gibt es Überlegungen für eine Art Am-Platz-Service in der zweiten Klasse, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Sowas gibt es bisher nur in der ersten, wo etwa Speisen und Getränke gebracht werden. Die harte Fernverkehrswettbewerb mit Billigfliegern und Fernbussen hat die Bahn gelehrt, dass sie an der Qualität arbeiten muss.

W-Lan: Seit einem Jahr ist der drahtlose Internetzugang in der ersten Klasse des ICE inklusive, die zweite Klasse soll 2016 folgen. Bis zum Sommer dauert es mindestens, bis die Technik in den Zügen ist. Zudem soll es W-Lan im ganzen Zug nur geben, wenn es für alle Passagiere in guter Qualität verfügbar ist.

Preissystem: Viele Kunden halten das Preissystem für schwer zu durchschauen, ergab eine Umfrage. Nur noch jeder zehnte Reisende zahlt den Normalpreis. Der neue Personenverkehrschef Berthold Huber geht verstärkt mit 19-EUR-Tickets ins Rennen mit der Konkurrenz auf der Straße und in der Luft, macht die Bahn damit billiger. Eine "Riesen-Preisreform" hat er jedoch ausgeschlossen.

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03.12.2015, 08:30 Uhr
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