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Kontrolle im Vorfeld
Was ist da drin? Sicherheitskräfte kontrollieren mit Hilfe eines Spürhundes Gepäck auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul. Foto: dpa
Reisende können Flughäfen nicht überall ohne weiteres betreten

Kontrolle im Vorfeld

Nach den Anschlägen von Brüssel wird über die Sicherheit in Flughäfen diskutiert. In Staaten mit sehr hoher Terrorbedrohung sind Kontrollen zum Teil schon weit vor den Eingängen üblich - ein Vorbild?

24.03.2016
  • DPA

Die Terroristen von Brüssel zündeten Bomben in der Terminalhalle des Flughafens - durch eine Kontrolle mussten sie dafür nicht. Sollten Sicherheitsbereiche also schon an die Eingänge vorverlegt und alle Besucher durchleuchtet werden? Der europäische Verband als Vertretung von mehr als 500 Airports warnt, Kontrollen an nicht dafür ausgestatteten Orten könnten die Anschlagsgefahr eher verschärfen. Dabei gibt es vorgelagerte Kontrollen vor allem in Staaten, die schon länger mit dem Terror zurechtkommen müssen.

Türkei Einlasskontrollen sind an jedem türkischen Flughafen Standard. Schon beim Eintritt ins Flughafengebäude wird das Gepäck geröntgt - also Handgepäck und aufzugebende Koffer. Jeder, der in den Flughafen will, muss durch einen Metallscanner. Nach dem Check-In folgt eine zweite Sicherheitskontrolle, die der in Deutschland üblichen entspricht und die nur noch Fluggäste passieren dürfen. Beim Check-In muss ein Ausweis vorgelegt werden. Beim Einstieg ins Flugzeug wird der Name auf dem Ausweis mit dem auf der Bordkarte abgeglichen.

Russland Wer einen der drei Moskauer Flughäfen betritt, wird am Eingang kontrolliert. Reisende wie Besucher müssen Handtaschen öffnen, Hosen- und Jackentaschen leeren und durch einen Metalldetektor gehen. Das Hauptgepäck wird von einem Röntgengerät durchleuchtet. In der Halle patrouillieren Wachleute. Nach dem Check-In folgt die eigentliche Sicherheitskontrolle. Im Jahr 2011 hatte ein Bombenanschlag in der Eingangshalle des Moskauer Flughafens Domodedowo 36 Menschen getötet. Auch Bahnhöfe, Einkaufszentren und Theater haben Metalldetektoren.

Afghanistan Am größten Flughafen des Landes in Kabul müssen Reisende vor der Ankunft im Terminal durch zwei Autokontrollen samt Sprengstoffspürhunden, drei Ticketkontrollen und fünf Körperkontrollen. Drei oder vier Mal - je nachdem, ob die Geräte gerade funktionieren - muss das Gepäck zum Durchleuchten. Die Kontrollen beginnen bei der Einfahrt auf das Flughafengelände, etwa einen Kilometer vor dem Terminal. Ausländer werden nach Trinkgeld gefragt.

Israel Der internationale Flughafen Ben Gurion wird streng geschützt, da das Land seit Jahrzehnten mit Terrorbedrohung lebt. Dabei wird ein Ring von Kontrollen eingesetzt. Passagiere werden schon Kilometer vor dem Terminal von bewaffneten Sicherheitskräften überprüft. Nach Passieren eines Wächters am Eingang folgen im Terminal eine persönliche Befragung und eine gründliche Untersuchung des Gepäcks mit Durchleuchtungssystemen. Dabei werden Reisende in Risikogruppen eingestuft. Bei den Kontrollen geht Sicherheit eindeutig vor Persönlichkeitsrechten.

Deutschland Die beiden Passagier-Terminals des größten deutschen Flughafens in Frankfurt sind frei zugänglich. Außerdem sind zwei Bahnhöfe sowie Hotel- und Kongresszentren mit den Gebäuden verbunden. Der Sicherheitsbereich beginnt erst innerhalb der Terminals hinter den Personenkontrollstellen für den Flugbetrieb. Davor liegen große Hallen mit Geschäften, Schaltern und Lokalen. Die Polizei überwacht diesen Bereich mit Streifen und Video-Kameras. Unter dem Eindruck der Anschläge werden Fahrzeuge auf der Zufahrt zum Flughafen stichprobenhaft überprüft. Die übrigen Zugänge aufs Gelände - etwa zu den Frachtzentren - werden streng überwacht. Wer im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Land Hessen.

„Alarmsignal für ganz Europa“

Bundesregierung Als Reaktion auf die Anschläge von Brüssel fordert die Bundesregierung einen besseren Datenaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden aller EU-Länder. „Wenn wir uns effektiv schützen wollen, brauchen wir eine gute Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in Europa“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Vorhandene Informationen, die helfen, konkrete Anschläge zu verhindern, müssen alle Länder untereinander austauschen.“ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mahnte einen verstärkten Datenaustausch der Sicherheitsbehörden in Europa an: „Wir müssen die Informationen austauschen, die da sind.“ Dies werde erschwert, weil es in Europa „getrennte Datentöpfe“ gebe.

Polizei Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat ein europäisches Terror-Abwehrzentrum gefordert. Die Brüsseler Attentate seien ein „Alarmsignal für ganz Europa“, sagte er der „Nordwest-Zeitung“. Der Informationsaustausch müsse ebenso besser werden wie die Ausrüstung der Polizei. Diese rechne „mit einer langen Terrorperiode“. afp/epd

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24.03.2016, 08:30 Uhr
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