Entsorgung

Corona: Kontaminierter Abfall gehört in Restmülltonne

Zum Schutz der Müllwerker gibt das Land Bürgern Tipps und die Landratsämter ändern Regelungen.

28.03.2020

Von Petra Walheim

Stuttgart. Auf den Wertstoffhöfen im Land ist viel los. Die Pressestelle des Bodenseekreises schrieb gar von „chaotischen Szenen“. Trotzdem bleiben dort die Wertstoffhöfe geöffnet, die Schließung wird angedroht. Andere Stadt- und Landkreise haben den Schritt gemacht. In Konstanz sind die Entsorgungsstationen geschlossen. Im Ortenaukreis werden nur noch Erdaushub und Gartenabfälle angenommen.

Außerdem hat das Umweltministerium Regelungen für kontaminierte Abfälle herausgegeben. „Auch über nachlässig entsorgte Abfälle aus Quarantäne-Haushalten, Arztpraxen oder Kliniken ist die Ansteckung mit dem Coronavirus eventuell möglich“, sagt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Um das zu verhindern, sollten virenbelastete Abfälle wie Taschentücher, Einwegwäsche, Altpapier, Verpackungen sowie Küchenabfälle aus Quarantäne-Haushalten grundsätzlich in der Restmülltonne entsorgt werden. Das Gebot der Mülltrennung ist für diese Abfälle aufgehoben.

Säcke fest verschließen

Der Müll sollte in stabilen, möglichst reißfesten Müllsäcken gesammelt werden. Die Säcke müssen fest verschlossen, zum Beispiel verknotet werden. Spitze oder scharfe Gegenstände sollten so gesammelt werden, dass sie den Müllsack nicht beschädigen können. Dafür eignen sich stabile Einwegbehälter.

Von der Entsorgung über die Restmülltonne ausgenommen sind Glasabfälle, Pfandverpackungen sowie Elektro- und Elektronikabfälle, Batterien und Schadstoffe. Die sollten dem Umweltministerium zufolge nicht über den Restmüll entsorgt werden. Es wird empfohlen, diese Abfälle bis zum Ende der Quarantäne im Haushalt aufzubewahren.

Das Gleiche gilt für den Müll, der beim großen Ausmisten anfällt. Viele Menschen, die in häuslicher Quarantäne und ohne Symptome sind, nutzen die Zeit, um Dachboden, Wohnung, Keller und Garage auszumisten. Bis vor kurzem konnten sie den Abfall gleich zu den Wertstoffhöfen fahren. Weil der Ansturm in den vergangenen Tagen so groß war, mussten viele Stadt- und Landkreise die Notbremse ziehen. „Das Ansteckungsrisiko war einfach zu groß“, sagt Caroline Luschy vom Landratsamt Ortenaukreis. Außerdem könnten so die Kapazitäten gebündelt werden.

Die Behörde hat die Öffnungszeiten massiv reduziert. Auf den Wertstoffhöfen, die noch offen haben, werden nur noch Erdaushub und Gartenabfälle angenommen. „Die fangen an zu vergammeln, wenn sie länger liegen“, sagt die Pressesprecherin. Sie empfiehlt, die Dinge, die beim Ausmisten angefallen sind, vorerst daheim zu lagern. „Deren Entsorgung hat keine Dringlichkeit.“

Der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, „keinen zusätzlichen, nicht notwendigen Müll zu produzieren“. Die Entsorgungsstationen seien geschlossen. Die Abfallwirtschaft des Landkreises müsse sich „wegen der Coronavirus-Pandemie auf ihr Kerngeschäft konzentrieren“.

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Erstellt:
28. März 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. März 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. März 2020, 06:00 Uhr

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