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Leichtathletik

Konstanze, die Wundertüte vom anderen Läufer-Stern

Bei der Diamond-League-Veranstaltung in Birmingham dreht das deutsche Ausnahme-Talent über die Meile mächtig auf. Die Speerwerfer dagegen sind enttäuscht.

19.08.2019

Von SID/DPA

Bis in die Haarspitzen motiviert: Konstanze Klosterhalfen verblüffte in Birmingham erneut sogar die Fachwelt. Dieses Mal schnappte sie sich eine Rekordmarke aus dem Jahr 1985. Foto: Martin Rickett/dpa

Konstanze Klosterhalfen pustete im Ziel kräftig durch, stützte sich mit den Händen auf den Knien ab und winkte dann nur kurz in die TV-Kameras – der Jubel der Ausnahmeläuferin über ihren nächsten deutschen Rekord, den dritten binnen sieben Wochen, fiel verhalten aus. Doch die Leistung der 22-Jährigen zwei Wochen nach ihrem Traumlauf von Berlin war umso beeindruckender.

Beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Birmingham rannte Klosterhalfen die Meile in 4:21,11 Minuten und blieb damit 48 Hundertstelsekunden unter der alten Bestmarke von Ulrike Bruns (4:21,59 Minuten) aus dem Jahr 1985. In der Halle hält die Leverkusenerin, die in den USA lebt und trainiert, bereits seit dem Winter den Rekord (4:19,98) über diese Strecke, die nicht regelmäßig im Programm der großen Meetings ist.

„Es war windig da draußen, aber ich bin trotzdem eine gute Zeit gelaufen und überglücklich“, sagte Klosterhalfen, die auf den letzten 800 m nicht mehr von Tempomacherinnen unterstützt wurde: „Ich musste im Wind viel Kraft einsetzen.“ Der Sieg sei „unglaublich“ und „die perfekte Vorbereitung“ auf die anstehenden Weltmeisterschaften.

Nach ihrem spektakulären Auftritt in Berlin, wo Klosterhalfen im Alleingang den deutschen Rekord über 5000 m um rund 15 Sekunden auf 14:26,76 Minuten verbessert hatte, zog sie sich zur Vorbereitung auf die WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) zuletzt in ein Höhentrainingslager im US-Bundesstaat Utah zurück. Nach den Einheiten in Park City präsentierte sich die Ausnahmeläuferin in Birmingham nun weiter in Topform. „Jetzt kehren wir zum Höhentraining nach St. Moritz zurück und bereiten uns auf die Weltmeisterschaft vor“, sagte Klosterhalfen. Ein Dreivierteljahr nach ihrem kritisch beäugten Wechsel nach Portland ins Oregon Project des Sportartikelgiganten Nike, wo sie unter Coach Pete Julian arbeitet, gehen Klosterhalfens Leistungen weiter durch die Decke. „Das Training ist nicht nur intensiver, sondern auch schlauer strukturiert. Es geht den Trainern um jedes Detail, Ziel ist, wirklich alles zu verbessern. Und der Nike-Campus ist wirklich atemberaubend“, hatte Klosterhalfen zuletzt gesagt.

Noch weiß sie nicht, auf welche Strecke sie in Doha ihren Fokus legen wird. Die 3000 m, derzeit wohl ihre Idealstrecke, auf der sie Ende Juni ebenfalls den Deutschen Rekord verbessert hat, sind nicht im Programm, die Wahl muss zwischen 1500 und 5000 m fallen. Ob kurz oder lang, Klosterhalfen stellt trotz ihrer steilen Entwicklung noch keine überzogenen Ansprüche. „Ich möchte zum ersten Mal im Finale stehen und dann alles geben, was geht“, sagte sie.

Unterdessen ist die Siegesserie der deutschen Speerwerfer in der Diamond League nach 13 Monaten gerissen. In Birmingham musste sich Andreas Hofmann (Mannheim) als Bester aus einem DLV-Trio mit Platz vier und 82,47 m begnügen. Den Sieg sicherte sich Cheng Chao-Tsun (Taiwan/87,75 m). sid/dpa

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Erstellt:
19. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 06:00 Uhr

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