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In USA wächst der Druck auf VW

Kongress erwartet Antworten - Im Werk in Mexiko stehen Bänder still

Täglich neue Krisensitzungen, Verkaufsstopp in immer mehr Ländern und stillstehende Produktionsbänder: Der VW-Konzern rutscht im Skandal um manipulierte Abgas-Tests immer tiefer ins Schlamassel.

05.10.2015
  • DPA

Wolfsburg Während offenbar die ersten Geständnisse im Abgas-Skandal bei Europas größter AutobauerVolkswagen abgelegt worden sind, bekommt der Konzern immer mehr Probleme: In Frankreich und Deutschland drohen wegen der Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen weitere Prozesse, Kanzleien suchen im Heimatmarkt der Wolfsburger nach Geschädigten für Sammelklagen. In Mexiko standen am Samstag die Bänder still, in Australien stoppte die Tochter VW Australia den Verkauf einiger Dieselmodelle.

Die US-Umweltbehörde Epa, die den Skandal vor zwei Wochen öffentlich machte, kündigte neue Tests an. Einbezogen werden könnten auch deutsche Hersteller. Das auf den 25. September datierte Schreiben der Epa richtet sich pauschal an alle Autobauer - Namen einzelner Unternehmen werden nicht genannt. In dem Dokument weist die EPA darauf hin, mit den Verfahren solle geprüft werden, ob möglicherweise Schummelsoftware verwendet wird. Sprecher von BMW und Daimler sagten, entsprechende Pläne seien ihnen bekannt.

Am morgigen Dienstag spricht der neue VW-Chef Matthias Müller in Wolfsburg erstmals zu den Beschäftigten, tags darauf steht schon die nächste Krisensitzung des Aufsichtsrates auf dem Programm. Als genüge dies nicht, muss am Donnerstag der US-Chef von VW, Michael Horn, im amerikanischen Kongress Rede und Antwort stehen.

Initiator für den neuen Ärger in Deutschland ist ein Privataktionär aus Baden-Württemberg, der beim Landgericht Braunschweig auf Schadenersatz klagt. Er hatte im April und Juli VW-Vorzugsaktien gekauft und laut seiner Anwälte durch den Abgas-Skandal 20 000 EUR verloren.

Wie geht es mit VW in Nordamerika weiter? "Die nächsten zwei, drei Monate werden entscheidend sein", sagt Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. "Dann können wir erahnen, wie groß die Krise in den USA für VW wird." Der durch die Affäre erzwungene Verkaufsstopp für zahlreiche Diesel-Autos in den USA dürfte VW hart treffen, die Modelle zählen zu den wenigen Absatzstützen in den USA. Jeder vierte verkaufte VW-Neuwagen im nach China größten Automarkt der Welt war bisher ein Diesel.

Die große Frage ist jetzt, wie sehr der Imageschaden auch auf die Benziner durchschlagen wird. Dabei tut sich VW ohnehin schwer genug, richtig punkten konnte die Marke in den USA nie. Selbst VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte das US-Geschäft der Kernmarke 2014 gar als "Katastrophenveranstaltung" bezeichnet. Künftig dürfte er seine Worte über den VW-Auftritt in den USA sehr genau abwägen.

Osterloh vertritt auch die mehr als 2000 Arbeitnehmer im US-Werk Chattanooga und die rund 15 000 Kollegen am mexikanischen Standort Puebla, wo auch für den US-Markt produziert wird. Die Rufe nach einem Durchgreifen in den USA könnten lauter werden - jetzt, da auf den Konzern eine Kostenlawine wegen Massen-Rückrufen, Strafzahlungen, Anwaltshonoraren und möglicherweise auch Schadenersatz-Ansprüchen zurollt.

"Ein Komplettausstieg der Marke Volkswagen-Pkw in den USA sollte in Erwägung gezogen werden", meint Nord-LB-Analyst Frank Schwope. Metzler-Autoexperte Pieper hält das für verfrüht: "Das wäre eine Option, wenn VW wirklich mit dem Rücken zur Wand steht. Ein so großer Hersteller wie VW kann es sich eigentlich nicht leisten, sich aus den USA zurückzuziehen."

Kongress erwartet Antworten - Im Werk in Mexiko stehen Bänder still
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sah das US-Geschäft schon lange als "Katastrophe" an. Foto: dpa

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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