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Konflikt um Karlsruher Moschee spitzt sich zu
Karlsruhes Oberbürgermeister Mentrup weist Vorwürfe des CDU-Politkers Wellenreuther zurück. Foto: dpa
Der Oberbürgermeister stützt das Bauprojekt, ein CDU-Bundestagsabgeordneter wettert dagegen

Konflikt um Karlsruher Moschee spitzt sich zu

In Karlsruhe will der Islamverband Ditib eine große Moschee bauen. Zwischen Spitzenpolitikern der Stadt wird der Ton immer schärfer.

29.08.2016
  • VOLKER KNOPF

Karlsruhe. Der Bau einer Moschee führt häufig in Kommunen zu Diskussionen. Der Konflikt um einen Moscheebau in Karlsruhe spitzt sich gerade immer weiter zu. Tag für Tag heizen ihn SPD-Rathauschef Frank Mentrup und der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther in Interviews an.

Zunächst warf Wellenreuther der Stadt Geheimverhandlungen mit dem Islamverband Ditib vor, die schon weit gediehen seien. Ein Areal im Stadtteil Mühlburg sei auserkoren für eine Zentralmoschee mit vier Minaretten und der Kaufpreis bereits ausgehandelt. „Und das alles hinter verschlossenen Türen. Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich davon erfahren habe. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht auf Information“, sagte Wellenreuther, der sich klar gegen eine Moschee mit vier Minaretten ausspricht. Der CDU-Politiker sieht ein Einzugsgebiet von Südwestdeutschland bis nach Frankreich, falls die Pläne realisiert würden. Man wolle mit einer Großmoschee nicht zum Wallfahrtsort werden.

Von „Populismus“ und „Affront“ sprach daraufhin Oberbürgermeister Mentrup. Die Fraktionen im Gemeinderat wüssten schon lange über die Verhandlungen Bescheid, zumal es der Wille der Mehrheit im Rat sei, dass die muslimische Gemeinde eine repräsentativere Moschee erhalten soll. Das war vor einigen Tagen.

Seither legen beide Parteien stetig nach. Mentrup nannte Wellenreuthers Äußerungen „krude Unterstellungen“. Gerade als Jurist müsste der CDU-Politiker doch wissen, sagte Mentrup, „dass es kein generelles Verbot für den Bau oder ein spezielles Aussehen von Moscheen gibt“. Wellenreuther wiederum bezeichnete die geplanten Minarette als nicht notwendig für die Gewährung der Religionsfreiheit und als ein „symbolisches Zeichen der Inbesitznahme eines Landes“. Den Verband Ditib sieht er kritisch und als verlängerten Arm der türkischen Regierung.

Auch Ditib meldete sich zu Wort und betonte, bei dem Moschee-Entwurf habe es sich nur um einen Vorschlag gehandelt. Man sei entsetzt, wie dies nun instrumentalisiert werde. Massimo Ferrini, Vorsitzender des Bürgervereins Mühlburg, kritisierte die Pläne der Stadt massiv. „Mit uns wird es keine Großmoschee in Mühlburg geben. Das würde das komplette Stadtbild verändern.“

Das angedachte Areal liegt verkehrsgünstig an der B10, welche die Pfalz und das Elsass mit der Region Karlsruhe verbindet, sowie an der B36. Nachbarn wären ein Fastfood-Restaurant und ein Autohaus.

Dass Wellenreuther und Mentrup sich nicht gerade freundschaftlich verbunden fühlen, ist bekannt. Der Mannheimer Mentrup schlug den Karlsruher Wellenreuther bei der Wahl zum OB 2012. Derzeit verhandelt die Stadt zudem mit dem KSC über ein neues Stadion. Ein Bauprojekt, das sich seit vielen Jahren hinzieht und für viele Kontroversen steht. Bauherr ist die Stadt. Mentrup und Wellenreuther – in seiner Funktion als KSC-Präsident – gerieten auch hier öffentlich in der Vergangenheit hart aneinander. Und so ist wohl davon auszugehen, dass dieser Austausch von gegenseitigen Vorwürfen noch weitergeht.

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29.08.2016, 06:00 Uhr
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