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Kommunen müssen auch selbst bauen

Normalverdienende Familien und Studierende hatten es bisher schon schwer auf dem überhitzten Tübinger Wohnungsmarkt. Schon bald werden immer mehr syrische, irakische oder afghanische Flüchtlinge, in deren Heimat Krieg herrscht, ihre Aufenthaltsberechtigung bekommen. Auch sie brauchen dann eine längerfristige Bleibe. Da ist es spannend, was ab 2017 auf dem Güterbahnhof-Areal geschehen soll: Mieten teils ein Drittel unter den ortsüblichen, ein Viertel aller Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen, in zwei von 13 Baugruppen Wohnraum explizit für Flüchtlinge.

02.10.2015

Großes Lob an die privaten Baugemeinschaften, an Gemeinderat und Verwaltung, speziell an Baubürgermeister Cord Soehlke und sein Team, die sich bei den Verhandlungen mit der Bahntochter Aurelis fürs Soziale stark machten. Für ein buntes Viertel, in dem nicht nur Wohlhabende und Investoren zum Zuge kommen.

Gut auch, dass im November endlich die Mietpreisbremse in 68 Südwest-Kommunen kommt, darunter Tübingen, Reutlingen und Kirchentellinsfurt. Was in der teuren Unistadt am Neckar noch fehlt, ist die Zweckentfremdungsverordnung gegen Leerstand sowie die Umwandlung von Wohnraum in private, über Portale wie „Airbnb“ vermietete Feriendomizile. Die Satzung gibt es in Freiburg seit 2014, Stuttgart will sie bald einführen.

Rund 100 Sozialwohnungen werden in Tübingen pro Jahr gebaut. Doch die würden selbst ohne anhaltend hohe Flüchtlingszahlen nicht ausreichen. Bleibt es bei der Massenflucht aus Krieg und Elend in Richtung Deutschland, müssten jährlich 500 sozial geförderte Wohneinheiten entstehen, rechnete OB Boris Palmer unlängst im TAGBLATT-Interview vor. Bedarf sieht auch das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim – für 500 zusätzliche Wohnheimplätze. Auf dem freien Markt gibt’s selbst WG-Zimmer kaum noch für unter 400 Euro.

Es rächt sich jetzt, dass Bund und Land den sozialen Wohnungsbau viel zu lange sträflich vernachlässigt haben. Keine Frage: Die Kommunen brauchen Hilfe. Doch sie müssen auch selbst aktiv werden, sagt Thomas Keck vom Mieterbund Reutlingen-Tübingen. Er fordert kommunale Wohnungsprogramme, etwa nach dem Beispiel Ludwigsburgs: Die Stadt kauft alles Bauland, sonst gibt’s kein Baurecht, mit mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen und 40-jähriger Belegungsbindung im künftigen Wohngebiet.

In Tübingen passiert in dieser Hinsicht einiges. Wichtig sind auch Privatinitiativen wie das Mietshäuser-Syndikat. Ein großes Problem indes sind fehlende Flächen. Die Stadt wird neue aktivieren müssen. Schon gibt es Überlegungen im Rathaus, den Saiben als letzte große Siedlungsfläche schneller als geplant zu erschließen. Auch in den Teilorten wird dichter gebaut werden müssen: für normalverdienende Familien, für Studierende und für (dann ehemalige) Flüchtlinge. Volker Rekittke

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02.10.2015, 12:00 Uhr
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