Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommt Datei für seelisch Kranke?
Sozialministerin Kerstin Schreyer bereitet das so genannte „Psychisch-Kranken-Hilfegesetz“ vor. Foto: Sven Hoppe/dpa
Bayern

Kommt Datei für seelisch Kranke?

Der Freistaat plant ein Gesetz für den Umgang mit Patienten der Psychiatrie. Kritiker sehen eine Stigmatisierung.

20.04.2018
  • PATRICK GUYTON

München. Von „gläsernen Patienten“, „öffentlicher Stigmatisierung“ und einer „Katastrophe für psychisch Erkrankte“ ist die Rede: In Bayern tobt ein Streit über ein geplantes Gesetz zur Psychiatrie. Damit soll, das ist der größte Kritikpunkt, eine „zentrale Unterbringungsdatei“ geschaffen werden. Diese würde die Daten der Patienten fünf Jahre lang erfassen, die in die Psychiatrie zwangseingewiesen wurden, wenn auch nur für ein paar Tage. Diese sensiblen Informationen sollen den Behörden zur Verfügung gestellt werden, auch der Polizei.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagt, es gehe dabei um den „Schutz der Bevölkerung und der Betroffenen“. Niemand solle damit stigmatisiert werden. Die Staatsregierung sei bei den Gesetzesberatungen „offen für Veränderungen“, aber die „Grundrichtung“ müsse bleiben. Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) ist mittlerweile etwas zurückgerudert und meint, Patientendaten würden „wenige Monate“ aufbewahrt bleiben. Insgesamt setzt Söder als neuer Regierungschef aber deutlich auf schärfere Sicherheitsgesetze. Für großes Aufsehen sorgen immer wieder Taten psychisch Kranker wie jüngst die Amokfahrt in Münster mit drei Toten.

Kathrin Sonnenholzner (SPD) fürchtet, das Gesetz schüre die „Angst vor der Psychiatrie“. Kranke würden davor zurückschrecken, sich psychiatrische Hilfe zu holen, meint die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des bayerischen Landtags. Depressive seien für die Allgemeinheit nicht gefährlich, würden aber auf die Stufe von „verurteilten geisteskranken Verbrechern“ gestellt.

Beim „Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz“ geht es nicht nur um die der Polizei zur Verfügung gestellten Daten. 36 der 40 Paragraphen des Entwurfs regeln die Unterbringung, nur vier befassen sich mit der Verbesserung von Hilfen für Menschen in psychischen Notlagen. Die Paragraphen sind ein Gemeinschaftswerk von Ministerin Schreyer und ihrer Kollegin im Gesundheitsressort Melanie Huml. Besuche etwa können demnach eingeschränkt, Bücher oder Musik verboten werden. Patrick Guyton

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.04.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Präventionssport Länger gesund
Unser radelnder Reporter über Anfänge mit Alles Alles ist Mühle
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular