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Schlechte Figur

Kommentar zur Kultusministerkonferenz

Jetzt ist das Chaos also perfekt. Erst sagt Schleswig-Holstein die Abiturprüfungen ab, dann ist der Druck aus den anderen Ländern so groß, dass Kiel sie doch stattfinden lässt.

26.03.2020

Von Mathias Puddig

„Zum jetzigen Zeitpunkt“ ist eine Absage nicht notwendig, da sind sich 16 Bundesländer einig – doch wie lange gilt das? Der Ärger jedenfalls ist groß, die Überraschung eher klein. Denn der Bildungsföderalismus macht unter dem Druck der Krise eine wirklich schlechte Figur.

Das ist nicht erst seit Mittwoch so. Schon bei den Schulschließungen vor gut einer Woche gab es kein abgestimmtes Vorgehen. Das Muster war das gleiche: Ein Land preschte vor, die anderen reagierten. Statt Absprachen wurden Fakten geschaffen. Zwar garantierten die Kultusminister, dass keinem Schüler durch die Krise Nachteile entstehen sollen und dass alle Abschlussprüfungen in allen Bundesländern anerkannt werden sollen. Das erste Versprechen können sie aber offensichtlich schon jetzt nicht mehr halten, und angesichts der unübersehbaren Unstimmigkeiten wird sich vielleicht auch die Frage stellen, was das zweite eigentlich wert ist.

Neu sind diese Probleme allerdings nicht. Schon vor der Krise stritt die Kultusministerkonferenz über Kompetenzen und über Aufgabenpools, über den Ersatz für den Nationalen Bildungsrat und über Termine für die Sommerferien. Neu ist hingegen, dass die Aufgaben größer und dringender sind als die Frage, wer wann in die großen Ferien startet. Jetzt geht es um die Zukunft von Millionen von Schülern. Wenn die Kultusminister versagen, dann lassen sie diese Schüler, ihre Eltern und Lehrer im Stich. Auf längere Sicht riskieren sie so den Bildungsföderalismus. Dessen Zukunft ist jedenfalls offener denn je.

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Erstellt:
26. März 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. März 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. März 2020, 06:00 Uhr

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