Automobil-Industrie

Kommentar: Zu viel Druck

Früher war nicht alles besser. Manches aber schon. Wurde in der Produktion ein Teil knapp, bestellte man es nach und bediente sich so lange aus dem Lager eines anderen Werkes.

20.01.2021

Von THOMAS VEITINGER

Ulm. In der globalisierten, kurz getakteten Just-in-Time-Produktion ist das heute unmöglich. Die Industrie hat auf dem Altar der Profitabilität einen gewissen Teil ihrer Flexibilität und Widerstandskraft geopfert.

Dabei gibt es viele Gründe für nötige Unabhängigkeit: Strafzölle, wackelige Lieferketten, Auswirkungen der Pandemie, geopolitische Konflikte. Sollte etwa der Konflikt zwischen China und Taiwan eskalieren, könnte die Versorgung mit Computerchips noch schwieriger werden.

An einigen Punkten kann die Auto-Industrie nichts ändern. So sind wiederum für die Produktion eines Halbleiters viele Hundert Zulieferer, ein Transport um die ganze Welt und begehrte Rohstoffe nötig. Kommt es in Asien zu gravierenden Ausfällen, kann dies auch eine noch so gute Lagerhaltung bei VW nicht lange ausbügeln.

An einem Punkt aber können die Autobauer sehr wohl für Besserung sorgen: in den Beziehungen zu ihren Zulieferern. Diese werden traditionell unter (Preis-)Druck gesetzt und gegeneinander ausgespielt. Dabei sollten sie Luft zur Investition in eigene Chipproduktionen haben. Zu viel Druck lässt manchmal auch etwas zerbrechen.

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Erstellt:
20. Januar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Januar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2021, 06:00 Uhr

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