Laschet und Söder

Kommentar: Gespür für die Stimmung

Auch wenn er es nicht mehr sagt, so ist Markus Söder dennoch der festen Überzeugung, dass er der beste Unionskanzlerkandidat wäre und nicht Armin Laschet. Damit steht Söder nicht alleine: CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte den Franken nach dessen Niederlage im Ringen um das Amt als eigentlichen „Kandidaten der Herzen“ ausgerufen.

31.07.2021

Von Patrick Guyton

CSU-Chef Markus Söder am Wöhrder See. So entspannt die Szene anmuten mag, nebenher bleibt immer noch Zeit für Sticheleien gegen Armin Laschet. Foto: Daniel Karmann/dpa

Es ist beachtlich, wie sehr Söder Laschet mit Blick auf die Bundestagswahl voranzutreiben versucht. Was die beiden intern bereden, ist nicht bekannt. Söder sieht aber offenbar keine größere Wirkung, deshalb sucht er die Öffentlichkeit, wo es nur geht. Laschet wirft er eine „Schlafwagen“-Mentalität vor. Die Union steht derzeit bei 26 Prozent, Söder legt die Latte bewusst sehr hoch und fordert deutlich über 30. Nun spricht der bayerische Ministerpräsident von einem „seltsamen Wahlkampf“, in dem die brennenden Themen zu wenig auftauchen: Klimawandel und Corona.

Auch da liegt er richtig. Die allergrößte Mehrheit der Bürger will, dass das Impftempo wieder anzieht und auch alles weitere unternommen wird, sodass mit Corona endlich, endlich Schluss sein kann. Genau diese Sehnsucht verkörpert Söder. Die Menschen wollen, dass bei der Klimapolitik drastisch ernst gemacht wird. Söder saugt solche Stimmungen auf, macht sie sich zu eigen. Laschet hingegen besticht gerade in dieser Zeit nicht mit seinem Politikansatz des Ausgleichs und des Kompromisses.

Söder macht allerdings nichts, ohne auch an sich selbst zu denken. Scheitert Laschet im Herbst, ergibt sich eine „Zufallsmehrheit“ (Söder) aus Grün-Rot-Gelb, dann wäre auch ausgemacht, wer 2025 für die Union ins Rennen geht: klar, Markus Söder.

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Erstellt:
31. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2021, 06:00 Uhr

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