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Kommentar · ASYLANTRÄGE: Enormer Kraftakt

06.02.2016
  • DIETER KELLER

Ruhig, aber höchst effektiv hat Frank-Jürgen Weise das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) auf Trab gebracht. Es ging bei weitem nicht so schnell, wie es sich alle Beteiligten einschließlich ihm selbst gewünscht hätten. Es war ein enormer Kraftakt, die Kapazität binnen weniger Monate zu vervielfachen, noch dazu in einer Behörde, die viele Vorurteile über ihre Schwerfälligkeit bestätigte.

Weise agiert nicht als Behördenchef, sondern als moderner Manager, der in Produktionszahlen und effektiven Abläufen denkt. Das ist der einzig erfolgversprechende Weg. Und doch muss es für manchen gestandenen Beamten eine Revolution sein. Das zeigt schon gelegentlicher Widerstand. Das Bamf war auf die Explosion der Flüchtlingszahlen nicht eingestellt und brauchte Weise als Feuerwehrmann von außen, um die Organisation zu verbessern. Wobei auch abenteuerlich ist, wie wenig die Behörden vom Grenzschutz über die Länder bis zu den Kommunen vernetzt waren. Es stellt sich die Grundsatzfrage, ob auch andere Behörden nur bei Schönwetter funktionieren oder ob sie sturmtauglich sind.

Aufgabe des Bamf-Chefs ist es nur, für eine Verwaltung zu sorgen, die zügig die Asylanträge abarbeiten kann. Wie viele neue Flüchtlinge ins Land kommen und nach welchen Regeln über ihre Anträge entschieden wird, ist Sache der Politik. Ihr muss das Kunststück gelingen, den Flüchtlingsstrom zu begrenzen - eine Mammutaufgabe.

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06.02.2016, 08:30 Uhr
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