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„Komm Kuck“: Linke aus dem Steinlachtal bringen gratis Kino in die Mössinger Lichtspiele
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind verbindende Themen der Filme in der Reihe „Komm Kuck – LiSt-Spiele umsonst und drinnen“. Von oben links im Uhrzeigersinn: „Der junge Marx“, „We want Sex“, „Ich war neunzehn“ und „Das grüne Gold“. Bilder: Verleih
Rote Streifen

„Komm Kuck“: Linke aus dem Steinlachtal bringen gratis Kino in die Mössinger Lichtspiele

Eintritt für Film und Debatte zahlen nur die, die wollen und können.

21.07.2018
  • Eike Freese

Zuerst war es nur die Idee, eine Filmreihe über linke Themen zu machen, über Gerechtigkeit und Solidarität. Und dann dachten sie sich, die Leute von „Linke im Steinlachtal“, dass man die Idee der Solidarität gleich mit reinnehmen sollte in diese Filmreihe: „Kulturelle Teilhabe ist wohl einer der wichtigsten Begriffe derzeit“, sagt Sabine Lehmkühler. Die Mössingerin war von Beginn an dabei bei den „LiSt“ und findet, dass das „Soli-Kino“ in den Lichtspielen durchaus eine Anreise auch aus Tübingen oder Reutlingen lohnen sollte: „Eine Idee, die es wert ist, dass sie sich verbreitet.“

Am kommenden Dienstag, 24. Juli, beginnt die Reihe mit dem Film „Der junge Marx“, der 2017er-Verfilmung der Vita des engagierten Wirtschaftswissenschaftlers. Um 20 Uhr geht es in den Lichtspielen los – und der Eintritt ist zunächst einmal überaus einladend: 30 Cent „Schutzgebühr“ kostet der Abend. Aber: Wer mehr geben will und kann, ist herzlich dazu eingeladen, mehr zu geben. Stichwort Solidarität. Denn finanziert werden muss die Filmvorführung natürlich auch, obwohl sie eine Non-Profit-Veranstaltung ist. „Wir haben ausgerechnet, dass wir bei Null herauskommen, wenn in jeder Vorstellung 25 Zuschauer je 10 Euro spenden“, so Lehmkühler.

Die LiSt mietet an den jeweiligen Abenden die Mössinger Lichtspiele, organisiert eine kurze Einführung in den Film, finanziert auch die Filmvorführung selbst vor und bietet am Ende eine Diskussion an, wenn die Zuschauer den Austausch suchen möchten. „Dort, wo wir gesagt haben, dass wir non-profit arbeiten, haben uns eigentlich alle unterstützt“, so Lehmkühler. Lichtspiele-Chef Stefan Schlegel sei genauso kooperativ gewesen wie der Flyer-Drucker Mauser und Tröster. „Außerdem hoffen wir auf günstige Konditionen bei dem einen oder anderen Verleih“, so Lehmkühler.

Nach den Sommerferien geht die Serie am 25. September weiter mit dem Defa-Spielfilm „Ich war neunzehn“ über ein Soldatenschicksal in und nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 18. Dezember folgt die Doku „Das grüne Gold“ über weltweite Geldmacherei mit Ackerland. „We want sex“ am 12. Februar handelt von schlecht bezahlten Frauen in der Industrie.

„Die Ideen selbst werden uns so schnell nicht ausgehen, sofern die Reihe gut besucht ist“, sagt Sabine Lehmkühler. Vom Ur-Klassiker „Panzerkreuzer Potemkin“ bis zum modernen Film der Globalisierungskritik sei einiges denkbar. Von den Themen abgesehen solle das Projekt im Steinlachtal auch eine Inspiration sein, über die Frage nachzudenken, was und ob Kultur überhaupt etwas kosten soll und wer dafür bezahlt, so Lehmkühler.

Die Initiative LiSt: „Linke im Steinlachtal“

Links sind sie zwar nach eigener Ansicht – aber mit der Partei „Die Linke“ wollen sie nicht umstandslos in eins gesetzt werden. Deshalb nennt sich die offene Initiative, die es seit zwei Jahren gibt, „Linke im Steinlachtal“, abgekürzt LiSt. Nach einer kurzen Aufwärmphase in den ersten Monaten wurde das lockere Bündnis aus mal zehn, mal 30 Leuten schnell aktiv: Es gab Beiträge zum Mössinger Generalstreiks-Jubiläum, eine Abrüstungs-Demo in der Mössinger Mitte, einen Fachvortrag über die neue Rechte rund um die AfD oder einen Marx-Kreis. Wenn nicht gerade Sommerferien sind, treffen sich die „LiSt“ jeden dritten Mittwoch im Monat in der Gaststätte Bahnhof Belsen.

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21.07.2018, 01:00 Uhr
„Komm Kuck“: Linke aus dem Steinlachtal bringen gratis Kino in die Mössinger Lichtspiele





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