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Handwerk

Koalition führt Pflicht zum Meisterbrief wieder ein

Union und SPD setzen für Fliesenleger, Drechsler, Orgelbauer und neun andere Berufe die Bedingungen hoch. Ziel ist höhere Qualität.

10.09.2019

Von GUIDO BOHSEM

Als er vor 60 Jahren den Meisterbrief erhielt, war das noch Pflicht für die Gründung eines eigenen Betriebs: Dachdeckermeister Günter Martin (85) aus Schwäbisch Hall. Foto: Bettina Lober

Berlin. Die Große Koalition will die vor über 15 Jahren teilweise abgeschaffte Meisterpflicht wieder aufleben lassen. Darauf verständigten sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD, Carsten Linnemann und Sören Bartol. Von Anfang 2020 an sollen demnach Fliesen-, Estrich- und Parkettleger sowie neun andere Gewerke wieder Meisterbetriebe sein.

Die rot-grüne Koalition hatte 2004 die Meisterpflicht für insgesamt 50 Berufe aufgehoben, die als einfachere Tätigkeiten galten. Seitdem können Handwerker in diesen Bereichen einen Betrieb führen und Lehrlinge ausbilden, auch wenn sie selbst keine Ausbildung zum Meister durchlaufen hatten. Ziel war mehr Wettbewerb.

Laut einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Bundestag führte die fehlende Meisterpflicht aber zu deutlich niedrigeren Ausbildungszahlen und einer sinkenden Qualität in den Gewerken. Die Monopolkommission der Bundesregierung verwies dabei aber auch auf die beeindruckende Zahl der Unternehmens-Neugründungen. Zudem gebe es keinen Nachweis, dass die Qualität der Leistungen sich verschlechtert habe.

Dem widersprach Linnemann. Sowohl die Qualität als auch die Ausbildungsleistung habe stark gelitten. „Es ist deshalb ein großer Erfolg, dass wir diesen Fehler jetzt korrigieren“, erklärte er. Der Meisterbrief sei ein Qualitätsmerkmal des deutschen Handwerks. Ähnlich äußerte sich sein SPD-Kollege Bartol. Für die wieder eingeführte Meisterpflicht gälten klare Kriterien wie die Frage, ob Gesundheit oder Leben gefährdet seien, wenn das Handwerk unsachgemäß ausgeübt werde.

Wer nach 2004 einen Betrieb in den entsprechenden Gewerken gegründet hat, soll nach Beschluss der Koalition nicht dazu gezwungen werden, einen Meisterbrief zu erwerben. Hier gelte Bestandschutz, erklärten Linnemann und Bartol. Der Zentralverband des deutschen Handwerks begrüßte die Einigung als „starkes Signal für Qualität und Qualifikation“.

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Erstellt:
10. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 06:00 Uhr

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