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Knabbern für die Auto-Industrie
Kabeltester: die Steinmarder Kate und William. Foto: dpa
Tiere

Knabbern für die Auto-Industrie

Die Steinmarder Kate und William werden als Testnager auf Schläuche und Kabel losgelassen.

05.09.2017
  • DPA

Hankensbüttel. Es dauert ein bisschen, bis William und Kate aus einem kleinen Schlupfloch schauen. Die Studienobjekte von Susann Parlow sind scheu und eher nachtaktiv, es sind Steinmarder. In Teilen ihres Geheges sieht es aus wie in einer alten Scheune. Ein altes Auto mit offener Motorhaube und viel landwirtschaftliches Gerät stehen dort. Unter einem Fenster sind Schläuche befestigt, der dünnste ist schon angeknabbert. Genau darum geht es: Parlow will herausfinden, welche Arten von Kabeln und Schläuchen für die Tiere besonders uninteressant sind.

„Obwohl Steinmarder zunehmend Schäden an Häusern und Kraftfahrzeugen verursachen, wird diesem Phänomen im wissenschaftlichen Bereich bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt“, sagt Hans-Heinrich Krüger. Der Wildbiologe ist zuständig für die Tierforschung im Otter-Zentrum Hankensbüttel im niedersächsischen Landkreis Gifhorn. Parlow, die an der TU Braunschweig studiert, arbeitet hier an ihrer Masterarbeit.

„Wir prüfen Gummi, Silikon, PVC und Polyethylen, auch Schläuche mit Teflongewebe und Stahlgeflecht“, sagt Parlow. Vor allem erforscht sie die Rolle des Durchmessers bei gleich bleibendem Material, das Material bei gleichem Durchmesser und als drittes die Geschlechterfrage.

„Ich gehe davon aus, dass sich am Ende kaum große Unterschiede zwischen den Geschlechtern ergeben werden“, sagt sie. Bislang sei meist angenommen worden, dass die Männchen die meisten Schäden anrichten. Parlow hat bereits festgestellt: „Je kleiner der Durchmesser, desto verlockender ist der Schlauch für die Marder.“ Das optimale Material werde noch gesucht. „Metallgeflecht kriegen sie nicht kaputt, das ist aber kostspielig.“

Warum beißen Marder in Kabel und Schläuche? „Schuld ist vor allem das Revierverhalten“, sagt Krüger. Das Auto bewege sich und nehme so den Duft von Rivalen auf. Zu Hause am Abstellplatz kommen dann die dortigen Steinmarder und beißen in Zündkabel, Kühlwasserschläuche und Stromleitungen. „Aber auch Neugier und Spieltrieb sind Faktoren. Manchmal ist ein Kabel auch schlicht im Weg.“

„Bei Elektroautos reicht ein Biss“, sagt Krüger. „Dann kann Wasser eindringen und das Auto schaltet sich automatisch aus. Dabei können Schäden von mehreren tausend Euro entstehen.“ Hilfreich sei die Ummantelung wichtiger Kabel und Leitungen oder eine Abschottung des Motorraums, heißt es beim ADAC in München. Keine Wirkung hätten hingegen Hausmittel wie Hundehaare, Mottenkugeln oder WC-Steine.

Was neugierige Marder alles anrichten können, hat sich im vergangenen Jahr in Genf gezeigt. Dort legte ein Steinmarder vorübergehend den größten Teilchenbeschleuniger der Welt lahm. Der Marder hat den Ausflug in einen Transformator mit 66 000 Volt nicht überlebt, seine Überreste kamen in ein naturhistorisches Museum. Peer Körner, dpa

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05.09.2017, 06:00 Uhr
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