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Katalonien

Klimawandel in Spanien

Im Konflikt um das Unabhängigkeitsstreben der Provinz setzt der neue Präsident der Zentralregierung auf Dialog.

10.07.2018
  • Martin Dahms

Madrid. Der zweite Tweet, den der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Montagmorgen absetzte, war eine Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung Argentiniens vor 202 Jahren, als sich die südamerikanische Republik von der „Herrschaft der spanischen Monarchie“ löste. „Auf viele Jahre, argentinische Freunde!“ Da saß Torra noch im Schnellzug nach Madrid – zu seinem ersten Arbeitstreffen mit Pedro Sánchez, dem spanischen Ministerpräsidenten. Worum es ihm bei diesem Treffen ging, hatte er in einem ersten Tweet mitgeteilt. Er wolle Sánchez „die gravierende Lage“ erklären, „die der spanische Staat in Katalonien geschaffen hat“.

Sánchez wusste, dass er einen schwierigen Gast empfangen würde. Aber der Sozialist, der nach einem Misstrauensvotum vor gut einem Monat den Konservativen Mariano Rajoy als Regierungschef ablöste, hat sich vorgenommen, Bewegung in den festgefahrenen Katalonienkonflikt zu bringen. Auch er hat dafür keine Lösung zur Hand, ist aber bereit zum „Dialog ohne Vorbehalte“. Für manche ist das Verrat. „Nichts Gutes“ sei von dem Treffen für Spanien zu erwarten, sagte ein Sprecher von Rajoys Volkspartei. So vergiftet ist die Stimmung. Sánchez will „Spanien die Normalität zurückgeben“.

Fanatischer Nationalist

Das wird nicht leicht. Sein Gegenüber Torra, der vor knapp zwei Monaten als Nachfolger des in Deutschland festsitzenden Carles Puigdemont das Amt des katalanischen Ministerpräsidenten übernahm, ist ein fanatischer Nationalist. Er lässt keine Gelegenheit aus, um die vermeintliche Unterdrückung der Katalanen zu geißeln. Als er das Ende Juni ausgerechnet während eines Folklore-Festivals in Washington tat, widersprach ihm öffentlich der spanische Botschafter. Torra war darüber so empört, dass er den Saal verließ und später den Abzug des Botschafters forderte. Dass die katalanischen Separatisten nicht von den Abspaltungsplänen lassen wollen, machten sie zuletzt vergangenen Donnerstag im Regionalparlament klar.

Das erste Gespräch nun zwischen Torra und Sánchez dauerte zweieinhalb Stunden, es sei von „Freundlichkeit und Höflichkeit“ geprägt gewesen, berichtete hinterher Vizeregierungschefin Carmen Calvo. Ergebnisse gab es keine. Doch der Dialog soll in einer „Bilateralen Kommission“ fortgeführt werden.

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10.07.2018, 06:00 Uhr
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