Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Klimasünder lenken ein
Neuerdings einig in Sachen Klima: Barack Obama (links) und Xi Jinping in Hangzhou. Foto: dpa
China und USA unterzeichnen überraschend Abkommen von Paris

Klimasünder lenken ein

Ausgerechnet China und die USA preschen bei der Ratifzierung des Pariser Klimaschutzabkommens vor. Nun dürften auch die EU-Länder rasch folgen.

05.09.2016
  • FELIX LEE

Hangzhou. Ein Geschenk wollte Barack Obama vor dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident der Welt offensichtlich noch hinterlassen: Einen Tag vor dem offiziellen Beginn des G20-Gipfels in der ostchinesischen Stadt Hangzhou sind die USA und China dem Klimaschutzabkommen von Paris beigetreten. Die Staatschefs der mit Abstand beiden größten Klimasünder, die zusammen für rund 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, haben am Samstag UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Dokument übergeben.

Verbal zeigte sich Obama von seiner bescheidenen Seite. Dies sei kein Kampf, den ein Land allein führen könne, egal wie mächtig es sei. Und doch wollte er sich nicht nehmen lassen, dass er mit der Unterzeichnung einen für US-Verhältnisse historischen Schritt vollbracht hatte: Auch wenn er selbst das Wort „historisch“ nicht verwendete, betonte er: „Eines Tages sehen wir dies vielleicht als den Moment an, an dem wir uns endlich entschlossen haben, unseren Planeten zu retten.“

Auch China, das mit seiner gigantischen Kohle- und Schwerindustrie für rund 25 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes steht, scheint sich klimapolitisch innerhalb weniger Jahre vom Saulus zum Paulus gewandelt zu haben. Auch Chinas Staatspräsident Xi Jinping verwies darauf, dass „unsere Reaktion auf den Klimawandel Auswirkungen auf die Zukunft unseres Volkes und das Wohlergehen der Menschheit“ habe. War die chinesische Führung bei der Weltklimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen noch der große Blockierer, ruft Xi nun dazu auf, dass die anderen G-20-Staaten diesem Schritt doch rasch folgen sollen.

Von den 195 Ländern, die sich Ende des vergangenen Jahres auf der Weltklimakonferenz in Paris darauf verständigt hatten, über die drastische Drosselung des CO2-Ausstoßes die gefährliche Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen, haben gerade einmal 23 Länder das Klimaabkommen ratifiziert. Denn das bedeutet eine deutliche Abkehr von Kohle, Öl und Gas und damit eine umfassender Umstrukturierung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Bei den meisten Staaten, die bisher unterzeichnet haben, handelt es sich um kleine Inselstaaten im Pazifik und im Indischen Ozean, die wegen des ansteigenden Meeresspiegels schon jetzt vom Klimawandel betroffen sind.

Damit das Klimaabkommen von 2020 an offiziell in Kraft tritt und das bisherige Kyoto-Abkommen ersetzt, haben sich die Staaten in Paris darauf verständigt, dass mindestens 55 Staaten es ratifzieren, die zusammen für mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. Mit den Unterschriften des chinesischen und des US-Staatschefs sind fast 40 Prozent erreicht. Die chinesische Führung ließ sich abringen, den Ausstoß spätestens von 2030 an zu senken. Allerdings ist Chinas Kohleverbrauch in den letzten beiden Jahren nicht zuletzt aufgrund des rückläufigen Wirtschaftswachstums und des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien leicht zurückgegangen. Hält dieser Trend an, hat China damit schon 16 Jahre vor dem auf der Pariser Klimakonferenz vereinbarten Zeitpunkt sein Ziel erreicht.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.09.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Brandstiftung In der Tübinger Bismarckstraße brannten zwei Autos
Kommentar zur US-Missbrauchsstudie Blick in Abgründe
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular