Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

CO2 neutralisieren

Klimaschutz mit dem Smartphone

Als Gutmensch will sich Holger Rupp nicht bezeichnen – aber doch eine etwas bessere Welt schaffen. Darum hat er die Reutlinger Firma „Get-neutral“ mitgegründet. Das Unternehmen will Verbrauchern die Möglichkeit bieten, Güter des täglichen Bedarfs klimatechnisch zu neutralisieren.

20.01.2012

Reutlingen. Die Idee hinter dem Projekt klingt simpel: „Wie bekommen wir möglichst viele Verbraucher auf eine witzige Art zum Handeln?“ So formuliert es Holger Rupp, Geschäftsführer von „Get-neutral“. Mit „handeln“ meint er, etwas für den Klimaschutz zu tun.

Es war am Silvesterabend 2009: Holger Rupp saß mit einem Freund zusammen. „Wir haben uns überlegt: Wie können wir die Welt verbessern?“ Es war so etwas wie die Geburtsstunde des Reutlinger Start-up-Unternehmens „Get-neutral“. Etwa eineinhalb Jahre grübelten, diskutierten und konzipierten dann fünf Firmengründer das Projekt. Alle hatten schon zuvor eigene Unternehmen gegründet. Im Juli 2011 war es dann soweit. „Get-neutral“ wurde aus der Taufe gehoben. 14 Mitarbeiter hat das Unternehmen, sieben davon fest angestellt.

Das Konzept von „Get-neutral“ sieht so aus: Ein Verbraucher kauft ein Produkt im Supermarkt, etwa einen Liter Milch. Mit der kostenlosen „Get-neutral“-App fürs I-Phone kann er den Barcode auf der Verpackung scannen oder den Zahlencode auf der Internetseite von „Get-neutral“ eingeben. Dann zeigt das Programm an, wie viel Kohlenstoff-Dioxid (CO2) bei der Herstellung und beim Transport produziert wurde. Der Clou: Nun kann der bei „Get-neutral“ registrierte Konsument das entstandene CO2 neutralisieren lassen. Ein kurzer Klick genügt. Dann wird der CO2-Gegenwert in ein Klimaprojekt investiert. Finanziert werden diese Projekte von Sponsoren, die auf diese Weise ihr Image aufpolieren wollen.

In mühevoller Kleinarbeit mussten die Mitarbeiter bei „Get-neutral“ die Produkte und ihre Barcodes zunächst erfassen. Etwa 200 000 Produkte sind zurzeit registriert. Bis Ende September sollen es 600 000 sein, womit etwa 95 Prozent der Produkte des täglichen Bedarfs abgedeckt wären.

Die meiste Arbeit ist das Errechnen der CO2-Bilanz eines Produktes: die Herstellung, der Transport und, wo es möglich ist, auch die Lagerung etwa beim Verbraucher im Kühlschrank. Zahlen bekommt das Unternehmen unter anderem vom Statistischen Bundesamt. Teilweise gibt es jedoch nur Schätzungen. „Was eine Firma in der Fabrik macht, können wir nicht genau nachvollziehen“, sagt Rupp.

Wie viele registrierte Nutzer „Get-neutral“ momentan hat, will Rupp nicht verraten. Nur soviel: „Wenn sich alle Reutlinger anmelden würden, dann würden wir uns mehr als verdoppeln.“ vm

Info: www.get-neutral.com

Holger Rupp

Kommentar: Das Klima spielerisch schützen 20.01.2012

Zum Artikel

Erstellt:
20. Januar 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Januar 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2012, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+