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Kleinen öffentlichen Kliniken fehlt das Geld für neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten
Ein Arzt führt vor, wie er mit Handbewegungen einen 3D-Operationsroboter führen kann. Foto: dpa
Zwischen Sparzwang und Digitalisierungsdruck

Kleinen öffentlichen Kliniken fehlt das Geld für neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten

OP-Roboter und virtueller Assistenzarzt – digitale Helfer kommen in deutschen Kliniken an. Aber längst nicht alle Häuser sind für den Wandel präpariert.

02.08.2016
  • DPA

München/Erlangen. Krankenhäuser sind Dauer-Patienten des Gesundheitswesens. Chronische Finanzprobleme, ein riesiger Investitionsstau und teils drängender Fachkräftemangel – so lauten die beunruhigenden Diagnosen für viele der knapp 2000 Kliniken in Deutschland. Dabei müssten sie sich eigentlich dringend für die Digitalisierung rüsten, um effizienter und fitter für den Wettbewerb zu werden. Noch aber fehlt vielen Häusern die passende Strategie dafür – oder auch schlicht das Geld.

Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken zuletzt etwas stabilisiert – über den Berg sind sie noch lange nicht: Bereits für dieses Jahr stellen sich viele Häuser auf eine schlechtere wirtschaftliche Lage ein, und auch mittelfristig ist keine Besserung in Sicht, ergab eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, an der sich Manager von 60 großen Krankenhäusern beteiligten.

Vor allem öffentliche Kliniken, die nicht besonders spezialisiert sind und solo am Markt agieren, kämpfen mit Problemen. Denn wie für andere Wirtschaftszweige gilt auch für die Kliniken: Größe schafft Vorteile – im Einkauf etwa, in der Logistik, bei Labordienstleistungen, bei Reinigungsaufträgen oder in der Speisenversorgung, sagt Peter Magunia, Roland-Berger-Experte. Krankenhaus-Verbünde können Einsparmöglichkeiten besser ausfindig machen, Kompetenzen an einzelnen Standorten bündeln und neue Technologien erproben. Im Vorteil sind hier vor allem private Betreiber, weil sie viel Erfahrung bei der Integration neuer Häuser mitbringen. Ihr Appetit auf Zukäufe dürfte auch künftig anhalten. „Die Übernahmewelle hat zwar etwas an Tempo verloren, wird aber weitergehen“, sagt Magunia. „Pro Monat kommen etwa ein bis zwei Krankenhäuser auf den Markt.“

Dass der Digitalisierung künftig eine Schlüsselrolle zukommt, glaubt zwar ein Großteil der Klinik-Manager. Bisher aber hapere es an der Umsetzung, sagt Magunia. Oft beschränkten sich die Häuser darauf, Abrechnungsprozesse per IT zu erledigen und Labor- oder Röntgen-Ergebnisse nicht mehr auf Papier, sondern elektronisch weiterzugeben – ein Fortschritt, gewiss.

Die Potenziale aber sind sehr viel größer: Sie reichen von der geplanten elektronischen Patientenakte und dem Robotereinsatz bei Operationen über die lückenlose Dokumentation in der Pflege, die auch für Forschung und neue Therapien genutzt werden kann, bis hin zur Konsultation externer Spezialisten schon während der Behandlung und einer engeren Verzahnung mit niedergelassenen Ärzten. Neuralgischer Punkt dabei: Die Datenschutz-Bedenken, mit denen sich alle Spieler des Gesundheitssystems auseinandersetzen müssen.

Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum greift auchzunehmend zu digitalen Lösungen. In einem Pilotprojekt nutzt er die Hilfe des IBM-Supercomputers Watson: Dieser liest Krankenakten von Patienten des Zentrums für seltene Erkrankungen am Uniklinikum Gießen-Marburg ein. Ziel ist auch, in den Akten Schlagworte zu finden, die auf bestimmte Krankheiten hindeuten. So soll Watson Ärzten bei der Diagnose helfen.

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02.08.2016, 06:00 Uhr
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