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„Bildungshaus“ von Kindergarten und Grundschule im Sozialausschuss vorgestellt

Kleine lernen von den Großen

Statt vom Lehrer vom Nachbarn lernen: Fünf- bis Achtjährige der Hohenberg-Grundschule und des Kindergartens treffen sich seit Herbst im „Bildungshaus“, einem Modellprojekt des Landes.

18.07.2009
  • Kathrin Schoch

<strong>Rottenburg.</strong> „Kinder sind Informationsstaubsauger und begeisterte Lerner.“ Was Stefanie Gödert am Dienstag dem Sozialausschuss des Rottenburger Rats vortrug, stammt von Manfred Spitzer. Der Hirnforscher leitet in Ulm das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). Unter dessen wachsamen Augen läuft in Rottenburg seit Herbst das Modellprojekt „Bildungshaus 3-10“ (siehe Kasten). Gödert betreut es als wissenschaftliche Mitarbeitern und überprüft regelmäßig mit Tests den Fortgang.

Was kompliziert und hochwissenschaftlich klingt, ist ganz einfach: In der Hohenberg-Grundschule und dem gleichnamigen Kindergarten kommen Fünf- bis Achtjährige zum gemeinsamen Lernen zusammen. Doch um Unterricht im herkömmlichen Sinn geht es nicht. Statt von Erwachsenen belehrt zu werden, lernen die Kinder voneinander: Große bringen Kleinen etwas bei und umgekehrt. Spielerisch und – für die Schüler – ohne Notendruck. Die Kindergartenkinder werden behutsam an die Schule herangeführt.

Die Jungen und Mädchen sind von der Vorschule im Kindergarten bis zur zweiten Klasse bunt gemischt. Im Pavillon der Hohenbergschule haben sie ein eigens für sie eingerichtetes Zimmer, hier und in der Sporthalle geht es jede Woche um naturwissenschaftliche, künstlerische oder sportliche Themen. Erzieherinnen und Lehrerinnen, die die Projekte gemeinsam planen und betreuen, stehen jedes Mal vor einer großen Aufgabe. Man treffe sich schließlich mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Ausgangspunkten, erklärte Kindergartenleiterin Sigrid Mayer-Piechocki. „Die Arbeit ist sehr zeitaufwändig, aber ich empfinde es auch als eine große Bereicherung für alle Beteiligten.“

Dass die Angebote des „Bildungshauses“ ins „Alltagsgeschäft“ eingebettet sind und keinen wichtigen Unterrichtsstoff beschneiden, erklärte Rektor Gunther Diehl auch den Eltern, die das „Bildungshaus“ durchweg gut annähmen. Die verbindlichen Inhalte des Bildungsplans für Grundschulen und des Orientierungsplans für Kindergärten hätten stets Vorrang.

Passend zur Winterzeit ging es zum Start um Pinguine: Die Kinder lernten Lieder, spielten und erfuhren viel über das Leben der Tiere. Die Lehrerin Rose-Marie Späth beobachtete, wie sich die Kinder immer mehr annäherten. Am Anfang hätten sie noch nach Alter und sogar Geschlecht getrennt gespielt, doch schon beim folgenden Sportprojekt mit Bewegungslandschaft hätten die Großen den Kleinen richtig geholfen. Dass Schulkinder auch noch von Kindergartenkindern lernen können, zeigte sich beim Bauprojekt, das sich die Jungen und Mädchen gewünscht hatten. „Unsere Kinder sind da sehr fit – und die Schulkinder haben gesehen, Mensch, die können ja was, das sind nicht bloß die Kleinen“, erinnerte sich Erzieherin Inge Krauß.

Mit Projekten dieser Art soll jedes Kind individuell gefördert werden. „Wir wollen Freude am Lernen wecken und die Angst vor der Schule nehmen“, sagte Stefanie Gödert. Die Idee kommt bei den Jungen und Mädchen an, das spürt auch Lehrerin Späth: „Die Kinder gehen gerne hin. Man hat Zeit für was Schönes, und es gibt keinen Leistungsdruck.“

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Modellprojekt des Landes für sieben Jahre </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Das „Bildungshaus 3-10“ ist ein Landesmodell des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Ziel ist die Verzahnung von Kindergarten und Grundschule. In den gemischten Spiel- und Lerngruppen soll Kindern zwischen drei und zehn Jahren der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtert werden. Das Projekt läuft sieben Jahre, es gibt 33 Modellstandorte. </div> </div>

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18.07.2009, 12:00 Uhr
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