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Kleine ganz groß im Experimentieren
Ran an Technik und Naturwissenschaften: In der Schorndorfer Forscherfabrik warten spannende Experimente. Foto: Fernandino Iannone
Schorndorfer Forscherfabrik

Kleine ganz groß im Experimentieren

Erdbebentisch, Druckluftrakete und Mega-Maschine: In der neueröffneten Schorndorfer Forscherfabrik können Kinder spielerisch die Welt der Naturwissenschaften entdecken.

15.02.2018
  • NADJA OTTERBACH

Schorndorf. Dunkel ist es im Raum. Eine Handvoll Kinder experimentiert eifrig mit Licht und Farbe. Ein Mädchen versucht sich am Laserpuzzle, daneben baut ein Junge ein Schattentheater auf. Typische Szenen in der Forscherfabrik in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). Unter dem Motto „Tüfteln, forschen und entdecken“ können sich Kinder hier spielerisch mit Technik und Naturwissenschaft auseinandersetzen.

Am fünften Tag nach der Eröffnung stürmen noch keine Besuchermassen die Halle, doch das dürfte sich ändern, sobald sich herumgesprochen hat, dass es für junge Forscher hier alle Hände voll zu tun gibt. Rund 50 interaktive Stationen in sieben Themenwelten bilden den Erlebnisparcours, der für Kindergartenkinder genauso spannend sein dürfte wie für Fünftklässler. Zwei Maskottchen führen durch die 700 Quadratmeter große Ausstellung – und das sind keine geringeren als der in Schorndorf geborene Gottlieb Daimler und seine Frau Emma. Mal begegnen sie den Kindern als Skydancer (Figuren, die mit Luft befüllt zu tanzen beginnen), mal als lustige Zeichnungen.

„Im Alltag abholen“

Andrea Bergler leitet das neue Science-Center. Sie sagt: „Die Versuche sollen Kinder im Alltag abholen. Wir sind glücklich, zu sehen, dass es funktioniert.“ Zweieinhalb Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Einen Großteil davon hat die Stadt Schorndorf selbst finanziert, unterstützt von Stiftungen und Sponsoren. Das Land fördert die Forscherfabrik mit 50.000 Euro und einer halben Lehrerstelle.

Das Gebäude, das die neue Erlebniswelt beherbergt, ist ein Hingucker. Backsteinwände, freiliegende Rohre und Holzbalken unterm offenen Dach: Der Industrie-Charakter der einstigen Verladehalle der Möbelfabrik Albrecht ist erhalten geblieben.

Bevor die Forscherfabrik offiziell eröffnet wurde, konnten Schulklassen und Kindergarten-Gruppen die Stationen testen und bewerten.

Die neunjährige Tamara aus Weinstadt lässt begeistert den Erdbebentisch vibrieren. Dinosaurier, Giraffe und Spinne werden durchgerüttelt. Tamara beobachtet, welche Figur sich am längsten aufrecht hält. Anschließend lässt sie eine Druckluftrakete starten und versucht, mit Hilfe von Luftblasen ein Schiff in einer Wassersäule zu versenken. In der Windröhre lässt sie Bälle aus Schaumstoff und selbstgebastelte Papierflieger nach oben wirbeln.

Till aus Remshalden thront auf einem Sitz und lässt sich von einer Mitarbeiterin per Knopfdruck nach oben befördern. Der Zehnjährige staunt, als er erfährt, dass es ein ganz normaler Industriestaubsauger ist, dessen Kräfte ihn abheben lassen. „Bis 200 Kilo schafft er locker“, sagt die Frau mit einem Augenzwinkern. Wie das geht? Der Sauger erzeugt in einem Kolben ein Vakuum und setzt so das Seil in Bewegung, das am Lift angebracht ist. Tills Favorit in der Forscherfabrik aber ist noch imposanter: die Megamaschine. Wer die große Lupe zum Leuchten bringen möchte, muss mit anderen Kindern zusammenarbeiten. Im Laufrad, an der Kurbel und an der Zahnrad-Wand gilt es, gemeinsam Strom zu erzeugen. Überhaupt spielt Energie eine wichtige Rolle in der Forscherfabrik. Die Kinder erfahren, was Sonne, Wind und Wasser damit zu tun haben, sie können Solarflugzeuge um die Wette fliegen lassen und einen Stromkreislauf legen.

20.000 Besucher angepeilt

In der Zukunftswerkstatt ist ein 3D-Drucker in Betrieb. Wissbegierige Besucher erfahren außerdem, wie ein Auto entwickelt wird und ob sich Fahrzeuge bald alleine fortbewegen könnten.

Leiterin Andrea Bergler ist mit der Resonanz in der ersten Woche mehr als zufrieden. Nach dem eher gemächlichen Start am Samstag musste sie einen Tag später zeitweise sogar den Einlass stoppen. „Das ist toll, aber auch eine Herausforderung“, sagt sie. Bergler rechnet in der Forscherfabrik mit 20.000 Besuchern im Jahr. An jungen Tüftlern, die Naturgesetze buchstäblich begreifen wollen, mangelt es im Südwesten sicher nicht.

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15.02.2018, 06:00 Uhr
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