Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Umwelt

Kleine Schritte fürs Klima

Keine Flüge mehr nach München und nur noch saisonale Produkte in Kantinen: Stuttgart arbeitet mit Experten an einem Aktionsprogramm.

19.10.2019

Von MELISSA SEITZ

Die Stadt wünscht sich, dass Reisende auf Kurzstrecken die Bahn nutzen und nicht mehr das Flugzeug nehmen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Stuttgart. Freitag, 11.30 Uhr: Während vor dem Stuttgarter Rathaus die Aktivisten von „Fridays for Future“ demonstrieren, wird auch im Sitzungssaal über den Klimawandel diskutiert. Im Juli hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn dem Gemeinderat das Aktionsprogramm „Weltklima in Not – Stuttgart handelt“ vorgestellt. Das Konzept finanziert sich aus Überschüssen des Haushalts 2018 in Höhe von circa 200 Millionen Euro. Im Ausschuss für Klima und Umwelt hat nun ein Fachbeirat die Pläne bewertet. Die Experten und einige Ratsmitglieder sehen bei dem Programm noch Verbesserungsbedarf.

Circa elf Millionen Euro will die Stadt in ihrem Klima-Rettungsplan für den Ausbau der Solarenergienutzung ausgeben. Dass Strom immer mehr an Bedeutung gewinnt, weiß Harald Hauser, Fachbeiratsmitglied und Technischer Geschäftsführer bei Stuttgart Netze „Vor allem auch im Sektor Mobilität“, sagt er. „Wir als Stadt müssen uns darauf vorbereiten.“ Energie aus der Sonne ziehen – schön und gut, man solle aber auch chemische Mittel als Energiespeicher auf dem Radar behalten. Forschung mit Wasserstoff werde schon an der Universität Stuttgart betrieben. Zwar seien diese Projekte möglicherweise noch nicht wirtschaftlich effizient, man müsse sie aber weiterhin unterstützen.

X1 fährt Luft nach Cannstatt

Im Klimaschutz-Aktionsplan findet sich auch das Thema Mobilität wieder. 20 Millionen Euro sollen die Stuttgarter Straßenbahnen erhalten, um ihr Netz auszubauen und neue Buslinien zu schaffen. Laut Konrad Zaiß (Freie Wähler) muss dieses Geld aber auch richtig angelegt werden. Falsch investiert wurde seiner Meinung nach in den Schnellbus X1: „Der fährt Luft nach Bad Cannstatt und wieder zurück.“

Laut Philipp Hill (CDU) könnte man mehr für die Mobilität der Bürger machen und andere Punkte im Aktionsprogramm streichen. Er bezieht sich dabei auf die Planungen für eine autofreie Stadt und auf das Vorhaben, künftig keine Flugverbindungen zu Destinationen anzubieten, die auch gut mit der Bahn zu erreichen sind. „Fahrten wie zum Beispiel nach München oder Frankfurt sollen auf die Schiene verlagert werden“, heißt es im Klima-Programm. „Von solchen Restriktionen halte ich nichts.“

350 000 Euro pro Jahr will die Stadt für mehr saisonale und regionale Bio-Produkte in Kantinen ausgeben. „Viele fragen sich, bringen Bio-Produkte überhaupt etwas beim Klimaschutz. Ja, denn sie haben einen kleineren CO2-Fußabdruck“, erklärt Gerhard Pfeiffer, Fachbeiratsmitglied und Regionalgeschäftsführer des BUND Stuttgart. Die Landeshauptstadt solle sich ein Vorbild an Zürich nehmen, wo Kantinen bereits mehr Bio-Produkte anbieten und dadurch CO2 einsparen. „Wir müssen in effektive Maßnahmen investieren“, findet Martin Körner (SPD). Mit einer Ernährungsumstellung in den Kantinen klappe das nicht. Er fordert Investitionen in erneuerbare Energien.

Das Klima schützen und kein Geld ausgeben – das sind für Ioannis Sakkaros (CDU) keine Gegensätze. „Wir müssen den Verkehr verflüssigen“, findet der Initiator der Diesel-Demos. Dazu brauche es nur eine Maßnahme: An der Ampelschaltung muss gearbeitet werden Außerdem sei schon viel für Klima getan, wenn nachts in Firmen und Büros nicht die Lichter brennen.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+