Glosse

Klauen für den Frieden

Wir müssen in diesen Tagen besonders viele Gewissheiten auf den Klischee-Müllhaufen werfen. So dachten wir, die deutsche Autoindustrie hätte aus ihren, nun ja, Fehlern gelernt, aber stattdessen betrügt sie nun mit Plugin-Elektro-Lügen-Autos.

11.12.2020

Von ANDRé BOCHOW

Eine IL 80, umrundet von Kampfjets, präsentiert im Mai 2010 beim Probelauf für die Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Foto: Andrey Smirnov/afp

Eine IL 80, umrundet von Kampfjets, präsentiert im Mai 2010 beim Probelauf für die Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Foto: Andrey Smirnov/afp

Und haben wir nicht alle gedacht, die Russen zittern vor ihrem Präsidenten und seinen mörderischen Geheimdiensten? Auch ein Irrtum.

Anders ist die Dreistigkeit jener Diebe, die in Taganrog am Asowschen Meer eine Iljuschin 80 ausraubten, nicht zu erklären. Bei der Maschine handelt es sich um ein geheimes fliegendes Kommandozentrum, das der Präsident in absoluten Notfällen nutzen soll. Die IL 80 ist nichts Geringeres als ein Weltuntergangs-Flugzeug, das Putin und Co. brauchen, um von oben einem Atomkrieg zuzusehen. Wie es aussieht, haben die Diebe nicht nur ihren persönlichen Reichtum gemehrt, sondern auch den Frieden stabilisiert.

Sie klauten vor allem Elektronik. Wenn es ihnen nun noch gelänge, ähnlich forsch in eine Maschine des US-Präsidenten einzudringen, würde die Kriegsgefahr auf Null sinken. Staatenlenker in geheimen Kommandozentralen neigen nicht dazu, hoch droben Bücher zu lesen. Heimkino und Playstation sind aber als Zeitvertreib unabdingbar. Also danke, liebe Diebe. Vom Weltuntergang zum Weltfrieden – der erste Schritt ist gemacht. Kleiner Tipp noch: Beim nächsten Mal bitte auch das Klo mitnehmen. André Bochow

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Erstellt:
11.12.2020, 06:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 32sec
zuletzt aktualisiert: 11.12.2020, 06:00 Uhr

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