Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden

Klangstrom der Ewigkeit zum Ende des Festivals

Großes Finale bei Eclat, dem Stuttgarter Neue-Musik-Festival: Klaus Lang spaltete das Publikum - mit einem gewaltigen, 45-minütigen Klangstrom.

09.02.2016
  • OTTO PAUL BURKHARDT

Stuttgart. Manche schauten nervös auf die Uhr. Andere Zuhörer im Theaterhaus langweilten sich schlicht, einzelne verließen sogar entnervt den Saal. Für viele aber war s ein Erlebnis. Wie auch immer: Das Riesen-Werk "viola.harmonium.orchester" des Österreichers Klaus Lang (Jahrgang 1971) ließ niemanden kalt. Schon der Aufwand für diese Uraufführung war gigantisch: Das XXXL-besetzte Radio-Sinfonieorchester Stuttgart beschallte den Raum sozusagen stereo - von vorn und von hinten.

Was dann beim großen Eclat-Finale am Sonntagabend anhob, verweigerte sich herkömmlichen Kriterien: Es war ein gewaltiger, alle Instrumente integrierender, langsam dahinfließender, 45-minütiger Zeitlupen-Klangstrom. Ein fast stehender Surround-Sound, der sich im Mikrobereich überblendend verändert, in langen Phasen an- und abschwillt, wächst und sich wieder zurückzieht. Ein Klang-Raum-Universum. Eine Weltall-Sphärenmusik. Das Ganze lässt sich auch als Klangwolke wahrnehmen, die in slow motion vorüberzieht - oder als vorbeigleitendes Geisterschiff.

Dirigent Emilio Pomárico jedenfalls steuerte dieses gemächlich dahinsegelnde Raumschiff mit unerschütterlicher Ruhe durchs All und durch die Zeit. Selbst die Soloinstrumente - Barbara Konrad an der Viola d amore und der Komponist Klaus Lang am Harmonium - verwoben sich ins Ganze, wirkten komplett eingebettet. Nur immer wieder Tonleitern - langsam, aber unerbittlich absteigend in der Harfe - markierten wie blinkende Glanzlichter die verrinnende Zeit in diesem wabernden Mysterium, in diesem Stück komponierter Ewigkeit. Musik als Narkotikum, als bewusstseinserweiternder Klangtrip. Für andere ein spiritueller Schwebezustand zwischen Himmel und Erde.

Langs Statement konnte dann beim Abschlusskonzert nicht mehr getoppt werden. Für mehr musikalische "action" sorgte Rebecca Saunders Opus "Void" - mit wild fauchenden Orchester-Eruptionen und großem Schlagzeugdonner. Bei Sergej Newskis "Ground cloud" wiederum, einem Violinkonzert, das Elemente der Genre-Tradition verfremdet, ragte die Solistin Elena Revich heraus - mit fragmentierten, aber teils sehr expressiven, berührenden Kantilenen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.02.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular