Corona

Klagen gegen verschärfte Maskenpflicht

Strauß-Double und Kabarettist Helmut Schleich zieht in Bayern vor Gericht. Auch Krankenhausärzte haben Bedenken wegen der neuen FFP2-Vorschrift.

22.01.2021

Von LBY

FFP2-Masken: Ob sie für den Privatgebrauch sinnvoll sind, ist umstritten. Foto: Till Simon Nagel/dpa

München. Der vor allem als Double von CSU-Übervater Franz Josef Strauß bekannt gewordene Kabarettist Helmut Schleich (53) klagt gegen die FFP2-Maskenpflicht in Bayern. „Die FFP2-Masken gelten selbst nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für den Privatgebrauch grundsätzlich als nicht geeignet“, sagte er mehreren Münchner Zeitungen. „Wie sollen denn Herr Müller und Frau Meier die Masken sachgerecht aufsetzen? Hier ist die bayerische Staatsregierung eindeutig über das Ziel hinausgeschossen.“

Nach Angaben eines bayerischen Verwaltungsgerichtshofes liegen schon fünf Eilanträge gegen die verschärfte Maskenpflicht vor, die vorsieht, dass in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften in Bayern zum Schutz vor Corona-Infektionen FFP2-Masken getragen werden müssen. Alltagsmasken reichen nicht mehr aus. Baden-Württemberg plant auch eine FFP2-Pflicht.

Bayerische Krankenhaushygieniker haben am Donnerstag indirekt die FFP2-Masken-Pflicht in Bayern kritisiert. Wäre die FFP2-Maske in allen Bundesländern verpflichtend eingeführt worden, „hätte dies unweigerlich zu einem massiven Versorgungsproblem der Kliniken und anderer Versorgungseinrichtungen geführt, wo sie wirklich benötigt werden“, heißt es in einer Stellungnahme, die Mediziner der Unikliniken Erlangen und München unterschrieben haben. Sie setzen sich darin für das Tragen von zertifizierten OP-Masken ein.

Diese seien einfacher und sicherer anzuwenden und deutlich preiswerter. Die Mediziner befürchten, dass FFP2-Masken häufig falsch getragen werden, so dass deren Schutzwirkung unter der eines korrekt getragenen medizinischen Mund-Nasen-Schutzes liege.

„OP-Masken reichen“

Eine Aufbereitung von FFP2-Masken sei technisch aufwendig und zu Hause nicht praktikabel, heißt es weiter. Anhand der Fallzahlen beim medizinischen Personal könnten sie gut belegen, schreiben die Krankenhaushygieniker, dass im Medizinbereich bei der Regelversorgung von Patientinnen und Patienten ein korrekt getragener medizinischer Mund-Nasen-Schutz ausreichend schütze. dpa/epd

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Erstellt:
22. Januar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Januar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2021, 06:00 Uhr

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