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Mahlers Vierte für die Generation Facebook

Kiril Stankow und die Stötzer-Brüder erklären klassische Musik im Online-Video

Klassik trifft Internet: Anton und Valentin Stötzer haben das allererste „Sinforial“ gedreht – ein Video-Tutorial zu Gustav Mahlers Vierter Sinfonie. Den Brüdern gelang gemeinsam mit dem Tübinger Jugendsinfonieorchester ein ebenso kurzweiliger wie lehrreicher Film.

31.12.2013

Von Julian Rodemann

Tübingen. „Gehört? Wenn nicht: Nochmal zurückspulen. Kein Problem!“ Für Dirigent Kiril Stankow hat sich die Arbeit gelohnt. Mit ihm in der Hauptrolle feierte im Dezember das weltweit erste „Sinforial“ Premiere. Aber es wurde kein roter Teppich ausgerollt und es gab weder Blitzlichtgewitter noch Sektempfang. Der gut halbstündige Film ist ganz unspektakulär auf der Internet-Plattform Youtube veröffentlicht. Seither wurde das Video zu Gustav Mahlers vierter Sinfonie dort gut 350 Mal angeklickt.

Eine entscheidende Rolle spiele das unglaubliche Potenzial des Internets. Die Revolution durch das Netz ist für Stankow noch in vollem Gange – mit gravierenden Auswirkungen aufs inner- und außerschulische Lernen.

Aber kann man mit 350 Klicks wirklich die Welt verändern? Stankow ist überzeugt davon: „Es geht darum, Samen zu säen und mit kleinen Schritten etwas zu bewegen.“ Außerdem seien 350 Aufrufe in zwei Wochen doch eine beachtliche Zahl. „Mann muss nur nachrechnen, wie viele Schulklassen das sind.“ Wichtig ist dem Dirigenten, mit seinen Zuhörern in Kontakt zu kommen, sie in den Lernprozess einzubinden. Er will nicht vom Elfenbeinturm der klassischen Musik herab auf sein Publikum schauen. Er ruft die Netzgemeinde vielmehr auf, das Sinforial zu kommentieren und seine Ansichten zu diskutieren. „Denn meine Interpretation des Werks ist nur eine von vielen.“

Das Mahler-Sinforial gibt es auf der eigens eingerichteten Seite www.sinforial.de zu sehen und zu hören. Dort kann man auch eine Bestellung für die DVD aufgeben, die bald erscheinen soll. Wenn alles klappt, werden noch weitere Sinforials mit dem Tübinger Jugendorchester veröffentlicht – zur „Moldau“ oder „Dvoráks Neunter“ vielleicht. Aber auch andere Ensembles könnten ähnliche Projekte beisteuern, betonen die Stötzer-Brüder. Wer mit den Sinforial-Machern in Kontakt kommen und bleiben will, findet sie auch bei facebook.com/sinforial.

Statt in bunten Freizeitklamotten wie beim Testdreh trat das Jugendsinfonieorchester am Drehtag im Sommer 2013 ganz in Schwarz an. Sonst wären die Instrumente nicht mehr zur Geltung gekommen, erklärt Videofilmer Anton Stötzer.

Das Jugendsinfonieorchester (Sinfo) der Musikschule Tübingen ist bekannt durch regelmäßige Konzerte im Tübinger Festsaal und gehört zur Elite der jungen Orchester in Baden-Württemberg. 1955 gegründet, prägten unter anderem Dirigenten wie Nicolas Pasquet und Christoph Wyneken das Orchester. Erfolge feierten die jungen Musiker mit Aufführungen von Mahlers erster und fünfter Sinfonie unter der Leitung von Ulrich Kern. Seit 2011 dirigiert Kiril Stankow das Sinfo (im Internet zu finden bei sinfo-tuebingen.de).

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Erstellt:
31. Dezember 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Dezember 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Dezember 2013, 12:00 Uhr

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