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Interne Kritik

Kirche gegen Mobilfunkmasten auf ihren Häusern

Nachdem die Kirche kritisiert wird, wenn Mobilfunkmasten auf ihren Gebäude thronen, ist nun ein gemeinsames Papier mit Kritikern entstanden.

21.10.2010

Stuttgart Der Stein des Anstoßes ist ein etwa vier Meter hoher Mast über den Dächern von Stuttgart- West. 2005 wurde er auf dem Gebäude Bismarckstraße 57 errichtet. Er rief eine Bürgerinitiative auf den Plan. Die Fronten waren klar abgesteckt: Die Bürgerinitiative wendete sich gegen die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart, der das Haus gehört. Mittlerweile ist die Konfrontation jedoch überwunden, so eine Mitteilung der evangelischen Kirche. Gestern präsentierten Vertreter der Gesamtkirchengemeinde und der Bürgerinitiative ein Kommuniqué. Darin wird dazu aufgefordert, die Diskussion um die Risiken des Mobilfunks öffentlich zu machen. Die Stadt Stuttgart wird gebeten, einen Mobilfunkrahmenplan - oder wie es im Kommuniqué wörtlich heißt: "eine Gefahren minimierende Netzstruktur für den Mobilfunk" zu entwickeln.

Vorausgegangen war ein von Experten der Evangelischen Akademie Bad Boll moderierter Runder Tisch. Im Lauf der Gespräche sei den Kirchenvertretern deutlich geworden, "dass wir die Sorgen aus der Bevölkerung wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung ernst nehmen müssen", erklärte der evangelische Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich. Im Juli beschloss der Gesamtkirchengemeinderat Stuttgart deshalb, keine neuen Mobilfunkanlagen auf den Gebäuden der Gesamtkirchengemeinde zuzulassen und den Vertrag bei der Bismarckstraße 57 im Jahr 2020 nicht mehr zu verlängern. Zur veränderten Einschätzung der möglichen Gefährdung durch Mobilfunk habe die Tatsache beigetragen, "dass inzwischen kritische Gutachten von ernstzunehmenden Institutionen wie der Ärztekammer Baden-Württemberg vorlagen", so Ehrlich.

Der Beschluss, keine Mobilfunkmasten auf kirchlichen Immobilien zuzulassen, gelte zwar nur für die 22 Kirchengemeinden in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart. Allerdings empfehle man allen anderen Kirchengemeinden, dem Stuttgarter Vorbild zu folgen. "Vor zehn Jahren war das Problembewusstsein bei mir noch nicht vorhanden", räumte Kirchenpfleger Hermann Beck ein. Als Haushalter der Gesamtkirchengemeinde habe er den Mobilfunk als Einnahmequelle angesehen. Beck: "Wir erhalten immerhin rund 10 000 Euro im Jahr." Als dann der Mast tatsächlich installiert wurde, sei die Auffassung bereits eine andere gewesen. pm

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Erstellt:
21. Oktober 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2010, 12:00 Uhr

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