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Kinder, Karriere, Kranke pflegen - Frauen stärker belastet als Männer

04.07.2018

Von LSW

Stuttgart. Stuttgart (dpa/lsw) - Frauen zwischen 25 und 44 Jahren schuften pro Tag zwei Stunden mehr als Männer - das ist eines der zentralen Ergebnisse des Gesellschaftsreports Baden-Württemberg. Demnach sind sie weiterhin deutlich stärker als gleichaltrige Männer gefordert durch die Doppelbelastung von Beruf und Familie. Pro Werktag verbringen Frauen 4,3 Stunden mehr Zeit als Männer mit Haushalt, Kinderbetreuung oder auch der Pflege von Angehörigen. Im Gegenzug sind sie aber nur 2,3 Stunden weniger berufstätig. In Summe gehen Frauen in dieser Altersgruppe fast 14 Stunden am Tag Pflichtaufgaben nach. Bei Männern sind es laut der Studie nur rund 12 Stunden. „Hier zeigt sich die Doppelbelastung von Frauen sehr deutlich“, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Generation unter Druck? Die Beanspruchung von Menschen mittleren Alters“.

Grund für die Diskrepanz sei die nach wie vor traditionelle Rollenverteilung bei Arbeiten rund um den Haushalt, heißt es in dem Report weiter. Frauen sind zudem auch mehr in die Pflege eingebunden: Sieben Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter versorgen pflegebedürftige Angehörige. Dem gegenüber stehen nur zwei Prozent der erwerbsfähigen Männer. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen stieg in Baden-Württemberg seit 1999 um 56 Prozent auf 328 000 Personen: Über die Hälfte davon wird von eigenen Angehörigen versorgt - davon wiederum sind 62 Prozent Frauen.

Es zeige sich aber gleichzeitig, dass sich die tägliche Arbeit anders verteilt: Betrachtet man Familien, so stecken beispielsweise Mütter der sogenannten mittleren Generation zwischen 25 und 44 Jahren mehr Zeit in den Beruf und weniger in Hausarbeit und Kinderbetreuung. Dabei hilft dem Bericht zufolge der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen: Im Jahr 2007 besuchten im Südwesten 9,5 Prozent der unter Dreijährigen eine Kindertagesstätte. 2016 waren es bereits mehr als 24 Prozent.

Unterm Strich aber hat die zeitliche Beanspruchung von Menschen mittleren Alters in den zwei Jahrzehnten zwischen 1996 und 2016 dennoch leicht abgenommen. Die Beanspruchung sei aber vielfältiger geworden. „Die Ergebnisse des Gesellschaftsreports machen erneut deutlich, dass wir dringend ein Umdenken brauchen, um diejenigen zu entlasten, die Verantwortung übernehmen und für Kinder und alte Menschen Sorge tragen“, sagte dazu Sozialminister Manne Lucha (Grüne).

Der Report wird seit 2018 quartalsweise erstellt. Er basiert auf wissenschaftlichen Analysen zu gesellschaftlich relevanten Themen. Dazu gehören etwa auch Migration, Integration, Armut oder Pflege und Gesundheit.

Notizblock Internet (Infos zum Gesellschaftsreport Baden-Württemberg)(http://dpaq.de/VH9jU)

Orte [Statistisches Landesamt Baden-Württemberg](Böblinger Str. 68, 70199 Stuttgart, Deutschland) [Sozialministerium](Else-Josenhans-Straße 6, 70173 Stuttgart, Deutschland)

Service Als Analysebasis wurden in dem Bericht Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) unter anderem von den Jahren 1996 und 2016 verwendet. Dafür werden seit bereits rund drei Jahrzehnten jedes Jahr rund 30 000 Menschen in fast 11 000 Haushalten bundesweit befragt. Ergänzt wurden diese Daten durch sich darauf stützende eigene Berechnungen der Familienforschung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.

Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt Ansprechpartner Pressestelle Sozialministerium, Claudia Krüger, +49 711 123 3551 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, +49 711 6410

Kontakte Autorin: Anika von Greve-Dierfeld (Karlsruhe), +49 721 9128513, greve-dierfeld.anika@dpa.com Redaktion: Susanne Kupke (Karlsruhe), +49 721 912850, karlsruhe@dpa.com Foto: Newsdesk, +49 30 2852 31515, foto@dpa.com

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Erstellt:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2018, 06:00 Uhr

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