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Mit Spritzen krank gemacht

Kind gequält: Haftstrafe für die Mutter

Wegen monatelanger Misshandlung ihres Kindes mit verseuchten Spritzen hat das Landgericht Hamburg eine Mutter (30) zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Entscheidung der Strafkammer stelle ein Mindesturteil dar, sagte der Richter in der Begründung.

09.10.2015
  • DPA

Hamburg Sie habe ihr Kind gequält und in Todesgefahr gebracht. Das Gericht sprach die Angeklagte der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der gefährlichen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig. Die Kammer ging nicht von versuchtem Totschlag aus, weil die Angeklagte vermutlich unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leide. Bei diesem Syndrom machen meist Mütter ihr Kind bewusst krank, um Zuwendung vom Arzt zu bekommen.

Die Mutter hatte 2013 ihrem damals dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen gespritzt. Der Junge litt daraufhin unter heftigen Schmerzen, Fieberschüben und Atemnot. Er lag mehrfach im Krankenhaus, zweimal kam er in akuter Lebensgefahr auf die Intensivstation. Die Ärzte vermuteten eine Erkrankung des Immunsystems und planten eine Knochenmarkstransplantation. Die Mutter galt im Krankenhaus als nette, sympathische Frau, die sich liebevoll um ihr Kind kümmerte.

Doch dann fielen einer Krankenschwester Flaschen mit einer Flüssigkeit in einer Schublade am Bett des Kindes auf. Sie gab die Substanz ins Labor. Mit dem Untersuchungsergebnis und Fotos von den Flaschen konfrontiert, gestand die Mutter schließlich, dass sie ihren Sohn vorsätzlich krank gemacht hatte. Er wurde von ihr getrennt und war nach wenigen Wochen gesund.

Beim Strafmaß wertete die Kammer das Geständnis der Mutter als mildernd. Sie habe aufrichtige Reue gezeigt und sich mit dem Verlust ihrer Familie selbst bestraft. Zu ihren Gunsten nahm das Gericht an, dass sie unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hier eine verminderte Schuldfähigkeit haben", sagte der Richter. Dagegen spreche allerdings, dass die Mutter planvoll über einen längeren Zeitraum vorgegangen sei.

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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